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Der österreichische Schilling war von 1924 bis 1999 die Währung und anschließend noch bis Ende Februar 2002 gesetzliches Zahlungsmittel der Republik Österreich. Zur Zeit des Nationalsozialismus in Österreich galt von 1938 bis 1945 die Reichsmark als Währung in Österreich. In Folge der dritten Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion wurde der Schilling 1999 als Währung und 2002 auch als gesetzliches Zahlungsmittel vom Euro abgelöst. Der Schilling wurde in 100 Groschen unterteilt. Der österreichische Schilling, mit dem Schilling-Rechnungsgesetz vom 20. Dezember 1924 beschlossen und am 1. März 1925 in Österreich eingeführt, ersetzte die alte durch Inflation in Folge des Ersten Weltkriegs entwertete Währung der k.u.k. Monarchie, die Krone. Ende 1922 wurde der damaligen österreichischen Regierung von den Staaten des Völkerbundes eine Anleihe von 650 Millionen Goldkronen gewährt. Österreich musste sich im Gegenzug zur Stilllegung der Notenpresse verpflichten und der Kontrolle des Völkerbundes unterwerfen. Am 14. November 1922 wurde dann die Österreichische Nationalbank gegründet (welche die in Liquidation befindliche „Österreichisch-ungarische Bank, österreichische Geschäftsführung“ ablöste), deren wichtigste Aufgabe die Sicherung der Stabilität der Währung war. Per Gesetz wurde damals der Wert des Schillings auf 10.000 (Papier-)Kronen festgelegt.

Der Schilling blieb (ausgenommen die Jahre 1938–1945) bis 28. Februar 2002 offizielles Zahlungsmittel der Republik Österreich, mit der Untereinheit Groschen (1 Schilling = 100 Groschen). Ursprünglich war statt dem Groschen der Stüber geplant. Dies ist insofern interessant, als es sich bei Schilling und Groschen historisch um die gleiche Einheit handelt (12 Pfennig/Pence). Es gab Münzen zu 1, 2, 5, 10, 20, 50 Groschen, 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Schilling und Banknoten zu 20, 50, 100, 500, 1000 und 5000 Schilling. 1926 erfolgte die Ausgabe von Goldmünzen über 25 und 100 Schillinge. Bereits kurz nach der Einführung war der österreichische Schilling eine relativ stabile Währung, weshalb er bald umgangssprachlich auch als Alpendollar bezeichnet wurde. Im Jahr 1938 wurde der Schilling durch den Anschluss an das Deutsche Reich durch die Reichsmark abgelöst und mit einem Wert von 1 Mark = 1,50 Schilling abgelöst. Nach Ansicht der Österreichischen Nationalbank ist der Kurs stark politisch motiviert festgelegt worden um die Zustimmung zum „Anschluss“ zu erhöhen. Die alliierten Besatzungsmächte strebten rasch die Einführung einer eigenen österreichischen Währung, unabhängig von der noch gängigen Reichsmark, an. Dies wurde zuerst durch die Einführung eines Alliierten Militärschillings (die ersten Briefmarken in dieser Währung erschienen bereits am 28. Juni 1945) erreicht. Das Schillinggesetz regelte dann am 30. November 1945 den Umtausch Reichsmark zu Schilling im Verhältnis 1:1, wobei pro Kopf der Barbetrag mit maximal 150 Schilling festgesetzt wurde. Münzen gab es zur Zeit der Euroumstellung zu 1, 2, 5, 10 und 50 Groschen sowie zu 1, 5, 10, 20, 25 und 50 Schilling. Die Fünfundzwanzig- und die Fünfzigschillingmünzen waren vorrangig Sammlerstücke. Die Zwanzigschillingmünze wurde erst in den 1980er Jahren zusätzlich zur Banknote speziell auch für Verkaufsautomaten eingeführt, von der Bevölkerung aber kaum angenommen. Daher wurden Automaten kaum dafür eingerichtet und war nach der Euroumstellung der Ruf nach einer Zwei-Euro-Banknote sehr laut. Die Einschillingmünze wurde nach dem Krieg aus Aluminium hergestellt, es gab bis 1957 auch eine etwas größere Zweischillingmünze aus Aluminium. Ab 1959 wurde der Schilling aus Messing hergestellt, sein Abbild wurde der Körper des Sparefroh, Werbefigur der Sparkassen. Die Zehnschillingmünze löste in den 1960er Jahren die gleichwertige Banknote ab. Sie wurde ursprünglich aus Silber hergestellt, erst 1974 - wegen des (über Nominale) gestiegenen Silberpreises - wurde sie auf eine billigere Nickel-Legierung, ähnlich der Fünfschillingmünze zuvor, umgestellt.

Bei den Groschen waren zwar bis zur Euroumstellung die Ein-, Zwei- und Fünf-Groschen-Stücke gültig, waren aber praktisch durch die Teuerung immer weniger im Umlauf. Die Eingroschenmünze wurde nur kurz um 1947 geprägt und wurde bereits in den 1960er Jahren zu einer Seltenheit. Es kam in den 1970ern vor, dass man auf Banken einzelne 1-Reichspfennig-Stücke, die täuschend ähnlich wie 1-Groschen aussahen, als Wechselgeld erhielt. Die Zweigroschenmünze wurde im Handel zwar nur bis etwa 1970 verwendet, doch bis in die 1990er hauptsächlich für die Sammlersets geprägt. 2002 hatte der Aluminium-Schrottwert etwa die Nominale von 2 Groschen erreicht. Außerdem gab es noch Silbermünzen im Wert von 25, 50, 100, 200 und 500 Schilling, sowie Goldmünzen um 200, 500, 1000 und 2000 Schilling, die als Gedenkmünzen geprägt wurden, aber als normales Zahlungsmittel galten. In besonderen Erhaltungsgraden wie polierter Platte wurden sie allerdings teurer als der Nennwert von den Geldinstituten verkauft und sind trotz Euroeinführung nach wie vor ein begehrtes Sammelobjekt. Die offizielle (englische) Abkürzung der Währung nach ISO 4217 lautete ATS (Austrian Schilling), öS oder nur S war ebenfalls gebräuchlich. Handschriftlich wurde das Schilling-S häufig mit deutlichen Serifen geschrieben. Nach dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems 1971 wurde der Schilling an einen Korb aus mehreren Währungen gebunden. Im Juli 1976 erfolgte schließlich die alleinige Koppelung an die äußerst stabile Deutsche Mark. Diese war zwar nie offiziell. Es wurden aber von der Nationalbank sämtliche Kursbewegungen mit der D-Mark durchgeführt, da Deutschland - damals wie auch heute - der wichtigste Handelspartner Österreichs ist. Der Österreichische Schilling wurde am 1. Jänner 1999 durch den Euro als Buchgeld abgelöst. Die Bargeldeinführung fand am 1. Jänner 2002 statt. Der offizielle (und fixierte) Wechselkurs zum Euro beträgt 1 Euro = 13,7603 Schilling. Der Schilling blieb bis 28. Februar 2002 mit dem Euro gleichberechtigtes gesetzliches Zahlungsmittel.

Von den Geldinstituten wurden sie noch ein Jahr auf Euro umgetauscht. Zwei Jahre nach der Euro-Umstellung waren noch immer große Schillingbeträge im Umlauf. So machten auch Kaufhausketten über das eine Jahr hinaus Eintauschaktionen, wo auch noch mit Schilling bezahlt werden konnte. Trotz solcher Aktionen gab es zum 31. Jänner 2008 705,13 Millionen Euro ruhende Schillingbestände, darunter 290,73 Millionen Euro in Münzen. Während alte Schilling-Münzen und Banknoten, die zur Euro-Umstellung keine Gültigkeit mehr hatten, noch drei Jahre lang umgetauscht wurden, werden die zum Schluss gültigen von der Österreichischen Nationalbank unbefristet – und kostenlos – eingewechselt. So lief für den alten Tausender mit dem Abbild von Bertha von Suttner die Eintauschfrist 2005 ab, obwohl laut Nationalbank noch ganze 463.000 Stück im Umlauf waren – das entspricht einem Wert von 33,6 Millionen Euro. Mit Ablauf der Umtauschfrist am 30. August 2005 wurde der entsprechende Wert der noch ausständigen Eintausend-Schilling-Banknoten von der Nationalbank ins Bundesbudget eingezahlt.