Besetzte Gebiete Notgeld Provinz Westfalen

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Besetzte Gebiete Notgeld Provinz Westfalen

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Erst mit der preußischen Provinz Westfalen entstand – als Folge des Wiener Kongresses – seit 1815/16 ein einheitliches politisches Gebilde. Wie der heutige Landesteil von Nordrhein-Westfalen war die Provinz deutlich kleiner als das „kulturelle Westfalen“ der frühen Neuzeit. Als preußische Provinz Westfalen waren von 1816 bis 1946 erstmals ein großer Teil der westfälischen Territorien Teil einer politischen Einheit. Die Provinzhauptstadt und Sitz des Oberpräsidenten war Münster. Die neue Provinz umfasste im Wesentlichen die bereits vor 1800 zu Preußen gehörigen Gebietsteile Minden, die Grafschaften Mark und Ravensberg, Tecklenburg sowie die nach 1803 an Preußen gelangten Fürstbistümer Münster und Paderborn sowie einige kleinere Herrschaften, darunter die Grafschaft Limburg an der Lenne. 1815 wurden somit auch jene westfälischen Gebiete preußische Provinz Westfalen, die Frankreich 1810 annektiert, aber schon kurz nach der Völkerschlacht von Leipzig (1813) wieder aufgegeben hatte, etwa das Fürstentum Salm und der Südteil des Herzogtums Arenberg (Vest Recklinghausen). 1815 wurden ferner die nördlichen und östlichen Gebiete des Großherzogtums Berg Teile der preußischen Provinz Westfalen.
Im Jahr 1816 kam noch das Herzogtum Westfalen hinzu, das 1803 der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt zugeordnet worden war. 1817 kamen das an Preußen gefallene Fürstentum Nassau-Siegen sowie die beiden Fürstentümer Sayn-Wittgenstein-Berleburg und Sayn-Wittgenstein-Hohenstein an den Regierungsbezirk Arnsberg und somit in die preußische Provinz Westfalen. Die Provinz Westfalen bestand aus einem nahezu geschlossenen Gebiet und war verwaltungsmäßig in die Regierungsbezirke Arnsberg, Minden und Münster gegliedert. 1816 wurde der Landkreis Essen in die Rheinprovinz ausgegliedert. 1851 und auch während der Weimarer Republik wurden die Grenzen der Provinz geringfügig verändert. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich im 19. und 20. Jahrhundert – gefördert auch von den Landesbehörden – stärker als zuvor ein westfälisches Selbstverständnis. Dieses stand dabei aber stets in Konkurrenz mit dem Nationalstaat, den regionalen und lokalen Traditionen. Einige der nicht in die preußische Provinz eingegliederten Territorien, die lange zum westfälischen Kulturraum gehört hatten, blieben unabhängige Teile des Deutschen Bundes und bildeten wie die Länder Oldenburg und Lippe eigene Bundesstaaten des Deutschen Reiches nach 1871.
In ihnen nahm die Idenfikation mit Westfalen im 19. und 20. Jahrhundert ab, stattdessen entwickelte sich ein teilweise starkes eigenständiges Landesbewusstsein. Damit waren neben protestantischen auch katholische Gebiete in der neuen Provinz vereint. Vor allem die Integration des katholischen Westfalens stellte die preußischen Behörden vor erhebliche Herausforderungen. Für die Fernwirkung der konfessionellen Spaltung spricht bis weit ins 20. Jahrhundert hinein eine sehr unterschiedliche politische Kultur in den protestantischen und katholischen Gebieten. Geprägt wurde die Entwicklung der Provinz während der industriellen Revolution und der Hochindustrialisierung des 19. Jahrhunderts vom industriellen Aufstieg des westfälischen Ruhrgebiets und der damit einhergehenden Differenz zwischen Stadt und Land. Im 20. Jahrhundert lässt sich nur noch ansatzweise von einer eigenständigen westfälischen Geschichte sprechen, da die Entwicklung in diesem Gebiet vor allem die Vorgänge in Deutschland insgesamt widerspiegelt. Inflation, Ruhrkampf oder große Auseinandersetzungen zwischen Arbeitgebern oder Arbeitnehmern wie der Ruhreisenstreit sowie die Folgen der Weltwirtschaftskrise betrafen während der Weimarer Republik nicht zuletzt auch die Industriegebiete Westfalens. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Provinz politisch gleichgeschaltet und führte kein nennenswertes Eigenleben mehr. Wie in ganz Deutschland wurden Regimegegner und jüdische Einwohner verfolgt und Behinderte getötet. Während des Zweiten Weltkriegs wurden auch aus Westfalen Juden in die Vernichtungslager transportiert. Vor allem in der zweiten Kriegshälfte wurde die Provinz Ziel von alliierten Bombenangriffen und in den letzten Kriegsmonaten auch Schauplatz von Bodenkämpfen. Die englische Militärregierung machte 1946 die Provinz Westfalen zu einem Teil des neuen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, das mit dem Beitritt des Landes Lippe 1947 seine heutige Gestalt bekam.

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