Besetzte Gebiete 1. Weltkrieg & Kolonien

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Besetzte Gebiete 1 Weltkrieg Belgien
Besetzte Gebiete 1 Weltkrieg Oberbefehl Ost
Besetzte Gebiete 1 Weltkrieg Böhmen und Mähren
Besetzte Gebiete 1 Weltkrieg Polen
Besetzte Gebiete 1 Weltkrieg Stadt Gent
Besetzte Gebiete 1 Weltkrieg Reichskreditkasse
Besetzte Gebiete 1 Weltkrieg Besetzte polinsche Gebiete
Deutsche Kolonien Neuguinea
Deutsche Kolonien Kiautschou
Deutsche Kolonien Ostafrika
Deutsche Kolonien Tabora
Saarland

Gebiet Oberbefehlshaber Ost: November 1914 erhielt Paul Hindenburg & Erich Ludendorff das Oberkommando über alle deutschen Truppen an der Front im Osten. Im Norden der besetzten Gebiete erhielten Heeresmitglieder extra hergestellte Münzen und wurden angewiesen bei Zahlungen an der Ostfront nur diese Münzen zu verwenden. Als Hindenburg und Ludendorff im Jahre 1916 die Oberste Heeresleitung übernahmen, wurde Prinz Leopold von Bayern zum Oberbefehlshaber Ost ernannt. Bis zum Sommer 1915 gelang es den deutschen Truppen, die russischen Armeen aus Polen, fast ganz Kurland und Litauen zurückzudrängen. In Polen entstand ein österreichisches Gouvernement in Lublin und ein deutsches mit Sitz in Warschau. Die Verwaltung der neu eroberten Gebiete mit ihrer großen ethnischen und religiösen Vielfalt und einer Bevölkerungszahl von etwa drei Millionen Menschen gestaltete sich schwierig. Auf deutscher Seite lagen zudem kaum konkrete Pläne zur Besatzung vor. Erst die im Jahre 1916 erlassene Verwaltungsordnung teilte Ober Ost in sechs Verwaltungsbezirke ein. Dabei fanden die ethnographischen Grenzen der dort lebenden Völker keine Berücksichtigung. Auch hierin wurde der rein militärische Charakter der Besatzung sichtbar. Oftmals fällt daher auch die Bezeichnung Militärstaat Ober Ost. Nahezu sämtliche Mitarbeiter der Verwaltung gehörten dem Militär an.

Geplantes Königreich Polen: Die deutsche Besatzungsmacht sah ein Königreich Polen vor und ließ 1916 von der neu gegründeten Reichskreditkasse Scheidemünzen (meist aus Zinn) prägen die der deutsche Mark gleichwertig sein sollten (100 Pfennig = 1 Mark). Die alte Währung, der Rubel, wurde 1917 von diesen Sondermünzen zum Kurs von 2,16 Mark abgelöst. Vorerst wurden nur 20-, 10-, 5- und 1-Pfennig-Stücke geprägt. Im darauffolgenden Jahr wurde die Besatzungsverwaltung jedoch gestürzt, und damit blieb es in Polen allein bei den bisher geprägten Pfennigen, bis diese 1923 durch eine eigene Zahlungsmittel ersetzt wurden. Von preußisch-polnischer Seite setzte sich Bogdan von Hutten-Czapski bei Hans von Beseler, dem Generalgoverneur in Warschau, energisch für die geplante Wiedererrichtung des Königreiches Polen unter deutschem Protektorat ein. Er vertrat ein großpolnisches Programm der historischen Einheit Polens, ungeachtet ethnographischer Gegebenheiten und forderte mit Rücksicht auf die Mittelmächte vorerst nur russische Gebiete: Litauen, Weißrussland und bedeutende Teile der Ukraine. Im Gespräch mit Bethmann Hollweg im Juni 1916 trat er gegen die „austropolnische Lösung“ auf. Austro-Polnische Lösung: Auf österreichisch-polnischer Seite drängten viele einflussreiche galizische Politiker auf die „austropolnische Lösung“. Der ehemalige Außenminister Gołuchowski ließ sich von Bethmann Hollweg bestätigten, dass Russisch-Polen der Doppelmonarchie unter Bevorzugung der trialistischen Lösung durch Deutschland überlassen werde. Gołuchowski, der gegen die subdualistischen Pläne von Außenminister Buriáns und eine Teilung Galiziens auftrat, versuchte im September 1915 in Warschau die Polen für einen Staatenbund unter deutsch-ungarisch-polnischer Vorherrschaft zu gewinnen. Er plante sogar Anfang 1916 zur Durchsetzung des Trialismus den ungarischen Ministerpräsidenten Tisza zu stürzen und durch Andrássy, einen Befürworter des Trialismus, zu ersetzen.

Protektoriat Böhmen u. Mähren: Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in die Tschecheslowakei im März 1938 erklärte Hitler die Tschecheslowakische Republik für beendet und ernannte das Land stattdessen zum Protektoriat Böhmen und Mähren. Die mit deutscher und tschechischer Umschrift geprägten Münzen wurden von der Aktiengesellschaft Vichr geprägt. Durch das Münchener Abkommen vom 29. September 1938 wurden die sudetendeutschen Gebiete von der Tschechoslowakei abgespalten und dem Deutschen Reich eingegliedert: der größte Teil bildete fortan den Reichsgau Sudetenland, weitere Gebiete wie der Böhmerwald und Deutsch-Südmähren wurden dem Gau Bayerische Ostmark (später: Bayreuth) und den Reichsgauen Ober- und Niederdonau zugeschlagen. Am 14. März rückten deutsche Truppen auf tschechoslowakisches Gebiet vor. Sogleich spaltete sich der slowakische Teil des Landes von der Tschechoslowakei ab. Es entstand die Erste Slowakische Republik, die vom Deutschen Reich einen Schutzvertrag aufgezwungen erhielt und dadurch zum Satellitenstaat Deutschlands wurde. Am Morgen des 15. März 1939 marschierte die deutsche Wehrmacht in Prag ein und am 16. März proklamierte Adolf Hitler in Prag das Protektorat Böhmen und Mähren, das Böhmen, Mähren und Tschechisch-Schlesien umfasste, als Teil des Großdeutschen Reiches, was die Gebietshoheit anbelangt. Die volksdeutschen Bewohner wurden zu Bürgern des Deutschen Reiches erklärt, die der deutschen Gerichtsbarkeit unterständen, die übrigen zu Protektoratsangehörigen, die der dortigen Gerichtsbarkeit unterstellt seien. Hitler erklärte, dass sich das Protektorat des Deutschen Reiches „selbst verwalte, jedoch im Einklang mit den politischen, militärischen und wirtschaftlichen Belangen des Reiches“. Zum sogenannten Staatspräsidenten des Protektorats wurde der bisherige Staatspräsident Emil Hácha ernannt, der den deutschen Behörden unterstand. Ziel der Kollaboration war es, die eigenen Verluste so gering wie möglich zu halten; aus deutscher Sicht sollte der Widerstand der Tschechen gegen die Besatzungsmaßnahmen geschwächt werden. Oberstes Ziel der deutschen Besatzungspolitik war die „Endlösung der Tschechenfrage“ in Gestalt einer totalen Germanisierung des Raumes und der „Vernichtung der tschechischen Nation“. Dazu wurde unter dem Leiter des Protektorates, dem Reichsprotektor von Böhmen und Mähren Konstantin von Neurath, ein hartes Besatzungsregime eingesetzt.   

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Besetzte Gebiete 1 Weltkrieg Notgeld Anhalt
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Besetzte Gebiete 1 Weltkrieg Notgeld Getto Litzmannstadt
Besetzte Gebiete 1 Weltkrieg Notgeld Provinz Westfalen
Besetzte Gebiete 1 Weltkrieg Notgeld Sachsen
Besetzte Gebiete 1 Weltkrieg Schwarzburg Sondershausen




Reichskreditkasse: 1939 erklärte der Oberbefehlshaber des Heeres die Reichsmarkzahlungsmittel als gesetzliches Zahlungsmittel für besetzte Gebiete. Die für die Heeresangehörigen vorgesehenen Münzen wurden jedoch von den Soldaten nicht genützt, da diese lieber die einheimische Währung verwendeten, deshalb wurde die Prägung dieser Münzen bald abgesetzt. Die bisher letzten deutschen Lochmünzen wurden zwischen 1940 und 1941 von der Reichskreditkasse ausgegeben. Im Umlauf waren sie vor allem in den besetzten Gebieten in Osteuropa, nicht jedoch in Deutschland selbst. Dabei handelte es sich um 5- bzw. 10-Pfennig aus Zink. Als Lochmünze wird in der Numismatik eine Münze bezeichnet, die in der Mitte ein Loch besitzt. Grund für die Produktion von Lochmünzen ist die Materialeinsparung, die durch das Loch erzielt wird. Wurde das Loch jedoch nach dem Prägen später in die Münze eingefügt, so spricht man von einer gelochten Münze. Münzen werden zum Beispiel zum Entwerten oder um sie an einer Kette anhängen zu können nachträglich gelocht.

Nach dem Angriff auf Polen folgte dessen militärische Besetzung; dabei wurden durch die deutschen Besatzer zwei Gebiete grundsätzlich unterschieden. „Generalgouvernement (für die besetzten polnischen Gebiete)“ war seit dem 26. Oktober 1939 die Bezeichnung für das so genannte deutsche Nebenland, das heißt die vom nationalsozialistischen Deutschland während des Zweiten Weltkriegs besetzten, aber nicht in das deutsche Staatsgebiet eingegliederten Gebiete in Polen. Es enthielt die vier Distrikte Krakau, Radom, Warschau und Lublin, seit dem 1. August 1941 zusätzlich Lemberg, hatte eine Gesamtfläche von 142.000 km² mit etwa 12 Millionen Einwohnern und bestand bis 1945. Die deutsche Herrschaft im Generalgouvernement gilt als schrecklichste Erscheinungsform des nationalsozialistischen Terrors, gegen den sich trotz oder gerade wegen der brutalen Unterdrückung die polnische Heimatarmee bildete. Der Hass entlud sich in mehreren Aufständen, von denen die meisten von den deutschen Besatzern blutig niedergeschlagen wurden. Zu den bekanntesten Aufständen gehören der Aufstand im Warschauer Ghetto vom Frühling 1943 und der Warschauer Aufstand von August bis Oktober 1944. Rund drei Millionen polnische Juden und fast ebenso viele Polen wurden während des Zweiten Weltkrieges im Generalgouvernement ermordet oder fielen Terror (u.a. Massaker von Przemyśl, sogenannten „Sonderaktionen“) und der gezielten Hungerpolitik der Besatzer zum Opfer. Generalgouverneur Hans Frank sagte im Februar 1940 gegenüber einem Journalisten: „In Prag waren zum Beispiel große rote Plakate angeschlagen, auf denen zu lesen war, dass heute sieben Tschechen erschossen worden sind. Da sagte ich mir: wenn ich für je sieben erschossene Polen ein Plakat aushängen lassen wollte, dann würden die Wälder Polens nicht ausreichen, das Papier herzustellen für solche Plakate.“ Erklärtes Ziel der nationalsozialistischen Besatzer war es, das Generalgouvernement „judenfrei“ zu machen und die Polen zu vertreiben, damit sich dort Deutsche ansiedeln konnten. So sagte Generalgouverneur Frank in einer Rede am 26. März 1941: „Der Führer hat mir versprochen, daß das Generalgouvernement in absehbarer Zeit von Juden völlig befreit sein werde. Außerdem ist klar entschieden, daß das Generalgouvernement in Zukunft ein deutscher Lebensbereich sein wird. Wo heute zwölf Millionen Polen wohnen, sollen einmal vier bis fünf Millionen Deutsche wohnen. Das Generalgouvernement muß ein so deutsches Land werden wie das Rheinland.“ Den Polen sollte jede Möglichkeit der Selbstständigkeit genommen werden; so waren zum Beispiel die polnischen Ober- und Hochschulen geschlossen und das Erziehungs- und Pressewesen auf ein Minimum zurückgestutzt worden, um die Unterdrückung der slawischen Bevölkerung zu zementieren. In einer Notiz des Reichsführers-SS Heinrich Himmler heißt es dazu: „Eine grundsätzliche Frage bei der Lösung all dieser Probleme ist die Schulfrage und damit die Sichtung und Siebung der Jugend. Für die nicht-deutsche Bevölkerung des Ostens darf es keine höhere Schule geben, als die vierklassige Volksschule. Das Ziel dieser Volksschule hat lediglich zu sein: Einfaches Rechnen bis höchstens 500, Schreiben des Namens, eine Lehre, daß es ein göttliches Gebot ist, den Deutschen gehorsam zu sein, und ehrlich, fleißig und brav zu sein. Lesen halte ich nicht für erforderlich. Außer dieser Schule darf es im Osten überhaupt keine Schule geben. Die Bevölkerung des Generalgouvernements setzt sich dann zwangsläufig, nach einer konsequenten Durchführung dieser Maßnahmen, im Laufe der nächsten zehn Jahre aus einer verbleibenden minderwertigen Bevölkerung zusammen. Diese Bevölkerung wird als führerloses Arbeitsvolk zur Verfügung stehen und Deutschland jährlich Wanderarbeiter und Arbeiter für besondere Arbeitsvorkommen (Straßen, Steinbrüche, Bauten) stellen.

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