Ankauf und Wert von Silberbesteck

07. Oktober 2009

Silberbesteck? Wir helfen Ihnen weiter…
Gerne können wir Ihnen offene Fragen beantworten oder Einschätzungen zu einzelnen Ausgaben sowie zur Marktentwicklung zu Silberbesteck geben! Fragen Sie uns einfach - wir helfen Ihnen gerne fachgerecht und marktrelevant weiter!

Ankauf Silberbesteck:
Händeringend suchen wir Silber Unzen und Barren im Ankauf
Dafür bieten wir Marktorientierte Spitzenpreise!!
Im Bereich Edelmetalle in Form von Münzen und Barren sind wir sehr am Ankauf interessiert!! Wir haben viele Sammler und Investoren, die sich in diesem Bereich engagieren und zu kaufen suchen, wodurch wir Ihnen Spitzenpreise anbieten können. Fast immer können wir Ihnen sogar mehr als den Standardbankankaufspreis anbieten. Die Wertigkeit setzt sich hier primär aus dem Börsenkurs des Metall zusammen, wobei die Qualität, Reinheit und Nachfrage unseren Ankaufspreis nach oben ziehen. Fragen Sie doch einfach mal an - Sie werden mit unserem Ankaufspreis mehr als zufrieden sein, da wir fast immer die Banken und die Konkurrenz schlagen. Ihr Vorteil dabei ist ein seriöser Fachhandel seit 50 Jahren und eine sofortige Barauszahlung!

Ankauf Silberbesteck 800 & 900

Der Stempel Die Punzierung, oft eine 800, bestätigt den Silbergehalt. Dies bedeutet, 800 von 1.000 Teilen des Materials bestehen aus Silber. Der Rest ist Kupfer. Folgendes können wir NICHT ankaufen: Besteck ohne Stempel; Besteck mit dem Stempel 60, 90, 100 oder 120: Dieses ist nur oberflächlich versilbert; Besteck mit dem Stempel “ARG 800″ oder “AMZ 800″ sind weit verbreitete Fälschungen. Abzug für Messer: Die Klingen der Messer bestehen aus Stahl, nicht aus Silber. Silber ist ein weiches Metall und würde daher schnell stumpf werden. Die Griffe der Messer sind innen mit Sand oder anderer Masse gefüllt. Wir berechnen deshalb für Silbermesser nur 1/5 des Gewichtes.

So berechnen Sie das Silber-Feingewicht: Gesamtgewicht / 1000 x Silbergehalt (800) = Feingewicht So berechnen Sie den Ankaufspreis: Feingewicht in kg x Preis pro kg = Ankaufspreis

Bitte achten Sie vor einem Versand an uns darauf, dass es sich um echtes Sterling oder 800er Besteck bzw. Tafelsilber handelt, da bei “nur” versilbertem Besteck (meist eine 90, eine 100 oder auch nichts eingraviert) der Metallerlös meist die Portokosten nicht deckt. Achten Sie deshalb unbedingt auf die Echtheits-Stempel 800, 835, 925, 999 bzw. Sterlingsilber. Bei uns erfolgt nach durchgeführter Edelmetallanalyse die Vergütung pro g in der Anlieferung enthaltenen Feinsilbers, weshalb das Gewicht der Messerklingen oder evtl. Sand oder Wachsfüllungen in Besteckgriffen für uns unrelevant ist.  Da Silber weniger anläuft (oxidiert) als die meisten anderen Metalle und außerdem eine antibakterielle Wirkung hat, wird es schon seit langem zur Herstellung von Besteck verwendet. Allerdings ist Silber relativ weich, deswegen sind Messerklingen in der Regel aus Edelstahl gefertigt, denn Klingen aus Silber würden durch den Gebrauch schnell stumpf werden. Außerdem sind die Messergriffe oftmals mit Sand oder anderer Masse verfüllt, um das Gewicht zu erhöhen, dadurch liegen sie besser in der Hand. Silberbesteck zählt zu Silbergerät bzw. Silberwaren und darf nach dem deutschen Stempelgesetz neben dem Feingehaltsstempel und dem Firmenzeichen zusätzlich mit dem Halbmondzeichen sowie der Reichskrone versehen werden. In der Regel ist Silberbesteck aus 800er Silber oder Sterlingsilber gefertigt und dementsprechend mit dem Feingehaltsstempel 800 bzw. 925 punziert. Sollte Ihr Besteck mit 60, 90, 100 oder 120 gekennzeichnet sein, ist es lediglich versilbert. Die dafür verwendete Menge an Silber ist so gering, dass derartiges Besteck von uns nicht angekauft wird. Gleiches gilt für Besteck mit dem Stempel „ARG 800“, hierbei handelt es sich um eine Fälschung. Sollten Sie uns Ihr Silberbesteck verkaufen, erhalten Sie die Vorzüge einer kompetenten Beratung und seriösen Geschäftsabwicklung durch unsere im Gold- und Silberankauf erfahrenen Fachkräfte.

Essbesteck, kurz Besteck, heißen Werkzeuge, die zur Nahrungsaufnahme verwendet werden. Das heute im europäischen Kulturkreis gebräuchliche Essbesteck besteht aus Messer, Gabel und Löffel. Weit mehr Menschen verwenden als Essbesteck jedoch Essstäbchen (Ostasien). In den meisten Kulturen weltweit wird ganz oder teilweise auf Essbesteck verzichtet und mit den Fingern gegessen, meist nach strikten Regeln. Im islamischen Kulturbereich und bei Anhängern des Hinduismus darf nur die rechte Hand zur Nahrungsaufnahme verwendet werden, da mit der linken die Körperreinigung vorgenommen wird und diese daher als unrein gilt. Schätzungen beziffern die Benutzer von Messer und Gabel weltweit auf etwa 900 Millionen, von Essstäbchen auf ca. 1,2 Milliarden, der Finger auf etwa 4,2 Milliarden. Das Essen mit Messer und Gabel ist eine vergleichsweise neue Sitte, die sich erst im bürgerlichen Europa des 19. Jahrhunderts durchgesetzt hat. Derzeit ist sie aber rückläufig, weil immer mehr Menschen, insbesondere in den USA, Fast Food zu sich nehmen, das mit den Fingern gegessen wird. Ebenso essen immer mehr Menschen unterwegs und verzichten auf einen gedeckten Tisch.

Der Löffel (von althochdeutsch laffan, mittelhochdeutsch laffen: schlürfen, lecken) ist das urtümlichste der Esswerkzeuge und schlicht der schöpfenden Hand nachgebildet. Auch an einem Löffel gibt es noch Einzelheiten: den Stiel und die Laffe (Laffan bedeutet eigentlich die Lippe), oder auch Löffelschale – die Höhlung für die Flüssigkeit, die oft aus einem anderen Material und mit einer anderen Technik hergestellt wurde als der Stiel. Vielerorts war der Löffel bis ins 19. Jahrhundert hinein neben dem Messer, das aber häufig nur zum Zerteilen benutzt wurde, das einzige Esswerkzeug und in der Regel aus Holz. Löffel wurden bereits aus altsteinzeitlichen Fundstätten geborgen – aus Knochen oder Holz geschnitzt. Im alten Rom gab es zwei Arten von Löffeln, die größere ligula und die kleinere cochlea. Letztere besaß einen nadelförmigen Stiel, der beim Verzehr von Schnecken und Muscheln auch eine Spießfunktion, die Funktion der heutigen Gabel, hatte. In Deutschland entstand die Löffelmacherei als Zweig der metallverarbeitenden Industrie im 15. Jahrhundert in der Nähe von Eisenerzgewinnung und -verhüttung. Ihre Blütezeit hatte sie im 17. und 18. Jahrhundert. Ursprünglich wurden die Löffel roh aus einem Stück geschmiedet und dann mit der Feile bearbeitet, wobei ein Löffelmacher 30-40 Stück pro Tag fertigen konnte. Im frühen 18. Jahrhundert konnten Löffel bereits aus Blech geschnitten und kalt verformt werden, wodurch sich die Herstellungsgeschwindigkeit verdoppelte. Schließlich wurden Platteneisen vorgeschmiedet, ein Arbeiter vollendete die Form, und anschließend wurden die Löffel verzinnt und poliert. Kunsthandwerkliche Löffelmacher stellten gemeldete Löffel her, mit Verzierungen und Inschriften versehen, vorwiegend als wertvolles Geschenk und familiäres Erbstück.

Bis in die Neuzeit hinein blieb er ein recht kostbarer Besitzgegenstand und wurde deshalb auch vererbt (wer also „den Löffel abgibt“, stirbt). In manchen Gegenden Europas ist heute noch der Brauch lebendig, nach dem der Taufpate einem Kind seinen ersten Löffel schenkt. Für den Verzehr von Kaviar, gekochtem Ei und anderen schwefelreichen Lebensmitteln wurden Löffel vergoldet oder Löffel aus Horn bzw. Perlmutt verwendet, die sich nicht auf den Geschmack auswirken können und sich nicht – wie häufig bei Verwendung von Silberlöffeln beobachtet – durch den Schwefel verfärben. Ebenso sind Salzlöffel entweder nicht aus Silber oder mindestens die Laffe ist vergoldet. Bei heutigen Löffeln aus Edelstahl tritt dieses Problem nicht auf. Vor allem in Asien sind Löffel aus Keramik bzw. Porzellan weit verbreitet. Diese sind meist unten abgeflacht, was sich ursprünglich von selbst aus dem Brennvorgang ergab. 

Das Messer – zuerst aus Stein – ist wohl ebenso alt wie der Löffel, allerdings weniger als Esswerkzeug, sondern zum vorherigen Zerkleinern in mundgerechte Portionen, die dann mit den Fingern gegessen wurden. Das Messer war wie der Löffel ein persönlicher Gegenstand; man trug beide zusammen in einem Lederfutteral, dem Besteck, am Gürtel. Im antiken Rom kam das Messer schon ab etwa 90 v. Chr. als Essgerät bei Tisch in Mode. Insgesamt werden von deutschen Klingenfabrikanten heute etwa 2000 verschiedene Klingenformen für den Weltmarkt hergestellt. Die heutige Form der Dessertmesser und Tafelmesser zeigt eine Tendenz zur „Zivilisierung“: Das Ende der Schneide ist abgerundet und die Schneide selbst kann mit einer kleinen Zahnung (Säge oder Welle) ausgeführt sein. Auch sind verschiedene spezielle Messer wie z. B. Steakmesser für gebratenes Fleisch in Verwendung. Für Fisch gibt es eigene Messer, ohne Zahnung und mit stumpfer „Schneide“, damit Fischgräten nicht zerschnitten werden. Das Fleisch wird lediglich von den Gräten abgezogen. Das Fischmesser wurde insbesondere entwickelt, weil frühere Messer mit einer Klinge aus einfachem Kohlenstoffstahl versehen waren, was den Geschmack des Fisches beeinträchtigte. Das Fischmesser war dagegen meist vom selben Material wie der Griff des Bestecks. Da heutige Messer eine solche Klinge aus rostempfindlichem Kohlenstoffstahl nicht mehr besitzen, ist ein separates Fischmesser eigentlich nicht mehr notwendig, wird aber aus lieb gewonnener Tradition und der mit der Benutzung eines Fischmessers einhergehenden besonderen Note weiterverwendet.

Münzprüfer & Sachverständiger

30. September 2009

Münzprüfer (auch: Münzer) sind Geräte, die Münzen nach bestimmten Vorgaben sortieren. Sie werden in Automaten eingesetzt, um Falschgeld, Fremdwährung oder unerwünschte Münzwerte zu erkennen und auszusortieren. Funktionsweise Münzprüfer können die Münzen auf Größe, Dicke, Gewicht, Prägetiefe, Rändelung und andere Materialeigenschaften testen. Sie sortieren dabei nicht nur Falschgeld aus, sondern weisen auch unerwünschte Münzwerte zurück. Einfache Münzprüfer führen nur eine Gut-Schlecht-Sortierung durch, komplizierte Modelle können die angenommenen Münzen auch nach ihrem Wert sortieren. Münzgeldwechsler sammeln angenommene Münzen und geben sie auf Verlangen zum Beispiel als Wechselgeld aus. Statt Münzen können auch Jetons oder Tokens angenommen werden.

Mechanische Münzprüfer Der einfachste mechanische Münzprüfer ist der Münzeinwurfschlitz. Er kann schon nach Größe und Dicke Sortieren. Eine andere einfache Form eines mechanischen Münzprüfers ist der Drehhebel bei Kaugummiautomaten. Mechanische Münzprüfer werden beim Bau auf einen oder mehrere Münzwerte festgelegt und können nicht ohne großen Aufwand auf einen anderen Münzwert umgebaut werden. Die Münzprüfung durch eine Mechanik erlaubt es nicht, die Münzen auf so viele Parameter zu testen, wie es für einen elektronischen Münzprüfer möglich ist. Meist werden sie nur nach Durchmesser, Dicke und magnetische Permeabilität geprüft, bei aufwendigeren Systemen ist über ein Wippensystem auch eine Sortierung nach Gewicht möglich. Nach Einführung des elektronischen Münzprüfers wurden die mechanischen Münzprüfer weitestgehend verdrängt. Ein großes Einsatzgebiet für mechanische Münzprüfer war lange Zeit noch der Zigarettenautomat, da dieser nicht immer über einen Stromanschluss für einen elektronischen Münzprüfer verfügt. Nachdem Münzprüfer mit Batterieversorgung erhältlich waren, verschwand auch diese Nische.

Elektronische Münzprüfer Der erste Einsatz von elektronischen Münzprüfern fand in den Fahrkartenautomaten der Deutschen Bundesbahn während der Olympischen Spiele 1972 in München statt. Es handelte sich dabei um einen Münzprüfer der Firma National Rejectors (NRI). Elektronische Münzprüfer können eine Münze auf mehr Parameter testen, als es für einen mechanischen Münzprüfer möglich ist. Neben Durchmesser, Dicke und Gewicht kann auch die Prägtiefe, die Rändelung oder Eigenschaften des Materials, aus dem die Münze geprägt wurde, überprüft werden. Sie erlauben auch die Annahme von mehr Münzwerten als mechanische Münzprüfer. Elektronische Münzprüfer sind im Gegensatz zu ihren mechanischen Gegenstücken programmierbar, das heißt, die Geräte lassen sich leicht auf verschiedene Währungen programmieren. An modernen Münzprüfer lassen sich auch Banknoten- oder Geldkartenleser anschließen und sie können die Steuerung des Automaten, in dem sie eingebaut sind, teilweise oder ganz übernehmen.

Euroumstellung Eine große Herausforderung für die Hersteller von Münzprüfern war die Umstellung auf Euromünzen. Die Hersteller von Münzprüfern gehörten zu den ersten, die unter strengen Sicherheitsmaßnahmen mit den neuen Euromünzen arbeiten konnten. Neue elektronische Münzprüfer konnten sowohl auf die DM als auch auf den Euro programmiert werden. Sie mussten am Stichtag nur noch umgestellt werden, einige Modelle taten dies auch automatisch.

Literatur für den Numismatiker

30. September 2009

Numismatische Literatur ist jegliche Form von Literatur, die sich mit Münzen, Banknoten und anderen Zahlungsmitteln beschäftigt.

Stempelcorpus Ein Stempelcorpus ist eine Auflistung aller Stempel, mit denen in einer bestimmten Stadt, unter einem bestimmten Herrscher oder in einer bestimmten Zeit geprägt wurde. Aufgelistet werden alle Stempel, die Verbindungen, in denen sie vorkommen sowie alle bekannten Stücke mit allen numismatisch relevanten Angaben (Gewicht, Stempelstellung, Provenienz, Standort).

Stempelcorpora existieren vor allem im Bereich der antiken Numismatik. In Einzelfällen gibt es auch für mittelalterliche und moderne Themen Stempelcorpora. Für die Münzen der Gegenwart hat sich das Stempelcorpus als Publikationsform überholt, da die moderne Stempelproduktion keine Unterschiede einzelner Stempel mehr erkennen läßt. Ein Beispiel für ein vorbildliches Stempelcorpus ist Wolfgang Fischer-Bossert, Chronologie der Didrachmenprägung von Tarent (Berlin, 1999).

Typencorpus Ein Typencorpus ist eine Auflistung aller Münztypen, die in einer bestimmten Stadt, unter einem bestimmten Herrscher oder in einer bestimmten Zeit geprägt wurden. Dabei werden alle Münztypen aufgelistet. Meist wird ein Typ über die Darstellung definiert. Kleine Abweichungen in der Umschrift spielen keine Rolle. Typencorpora existieren vor allem im Bereich der mittelalterlichen und der modernen Numismatik. Ein Beispiel für ein vorbildliches Typencorpus ist Ulrich Klein und Albert Raff, Die Württembergischen Münzen (Stuttgart, 1991 und 1992).

Schatzfundpublikationen Schatzfundpublikationen beschäftigen sich mit Schatzfunden von Münzen. Sie listen den exakten Bestand nach numismatischen Kriterien auf (Gewicht, Stempelstellung, Beschreibung und Bestimmung, Standort) und interpretieren ihn.

Fundmünzpublikationen Fundmünzpublikationen publizieren alle Münzen, die innerhalb eines definierten Gebietes gefunden wurden; gelegentlich wird der Befund auch interpretiert.

Auktionskataloge Auktionskataloge enthalten Münzen, die bei einer Versteigerung zum Verkauf stehen. Die Qualität der numismatischen Inhalte von Auktionskatalogen variiert von Auktionator zu Auktionator. Während viele Auktionshäuser stolz darauf sind, auf höchstem wissenschaftlichem Niveau zu publizieren, existieren auch relativ oberflächliche Kataloge, deren Inhalte nicht immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft sind. Von hoher numismatischer Relevanz sind vor allem Spezialsammlungen. Diese werden noch lange, nachdem die Auktion abgehalten wurde, zitiert.

Sylloge Sylloge bezeichnet eine Spezialform numismatischer Publikation, bei der die Bestände einer Münzsammlung vorgestellt werden. Ein Foto wird – ähnlich wie in einem Auktionskatalog – mit allen numismatisch relevanten Daten kombiniert. Am bekanntesten ist die Reihe der Sylloge Nummorum Graecorum, aber auch für orientalische Münzen gibt es eine ähnliche Publikationsform.

Münzpreiskataloge Die unter Laien bekannteste Form numismatischer Literatur sind die Münzpreiskataloge, ein Verzeichnis aller Münzen, Medaillen oder Banknoten eines Sammelgebietes, denen ein Schätzpreis meist in mehreren Erhaltungen zugeordnet wird. Münzkataloge erscheinen oft in regelmäßigem Abstand mit neuen Preisen versehen. Einer der führenden Münzkataloge weltweit (für Münzen aus aller Welt) ist im internationalen Raum der Krause-Mishler (KM). In Deutschland sind die Münzkataloge des Battenberg Verlages von Günter Schön und seinem Sohn Gerhard Schön weit verbreitet.

Sonstiges Neben diesen Sonderformen zählen natürlich die auch in anderen wissenschaftlichen Gebieten verbreiteten Formen zur numismatischen Literatur, also die Monographie zu einem bestimmten Thema, die Festschrift und der Sammelband.

Was sind Handelsmünzen??

30. September 2009

Handelsmünzen sind Münzen, die ein Staat prägte, welche aber nicht immer auch für das eigene Land vorgesehen und damit kursfähig waren. Diese quasi Kurantmünzen (seltener Scheidemünzen) waren daher eigentlich Exportwaren - also geprägte Edelmetallbarren in Münzform, die zum Warenbezug aus anderen Ländern dienten, um dort wichtige Güter billiger “einzukaufen” oder importieren zu können als sie im eigenen Land für die gleiche Edelmetallmenge äquivalent erzeugt oder hergestellt werden konnten. Bei den Handelsmünzen kann man zwischen “vollwertigen” Edelmetallmünzen, die im normalen, friedlichen Handelsverkehr eingesetzt wurden, und minderwertigen Münzen unterscheiden, die dann häufig (später uneinlösbare) Scheidemünzen waren und meistens von vorn herein mit Betrugsabsichten hergestellt wurden. Diese minderwertigen “Handelsmünzen” waren meistens Kriegsmünzen, z. B. die sog. Ephraimiten bzw. das nur versilberte Kupferkleingeld des Siebenjährigen Krieg im 18.Jh. Wurden diese Münzen jemals wieder als gesetzliches Zahlungsmittel zugelassen bzw. akzeptiert, dann wurden sie zu stark abgewerteten Kursen nach sog. Valvationstabellen umgerechnet bzw. nach diesen Listen in neues, vollwertiges Geld umgewechselt. Die Umrechnungskurse lagen dann sogar meistens erheblich noch unter dem inneren Edelmetallwert, um die Umschmelzungskosten usw. decken zu können. Die wohl bekannteste Handelsmünze des 18. Jahrhunderts war der Maria-Theresien-Taler, der noch heute in Österreich als Sammlernachprägung erhältlich ist. Er wurde in größeren Mengen nach Afrika exportiert. Dort war sein Ansehen bei der afrikanischen Bevölkerung so hoch, dass damit mehr Waren und Rohstoffe bezogen werden konnten als seine Kaufkraft in Österreich betrug. In Vorbereitung des langsamen Übergangs zum Goldstandard im England des 18. und frühen 19.Jh. (1717 bis 1816) verlangte es von Preußen bevorzugt 5- und 10-Talerstücke aus Gold (Friedrich d’or) beim Bezug von hochwertigen Waren. Der preußische Friedrich d’or wurde somit zur Handelsmünze und war aber gleichzeitig auch in Preußen vollwertiges Zahlungsmittel (allerdings mit schwankendem Kurs zum silbernen Reichstaler, Bimetallismus). Beliebte Handelsmünzen waren auch die über mehrere Jahrhunderte im Feingehalt weitgehend gleichgebliebenen ungarischen und holländischen Golddukaten. Weitere Handelsmünzen waren die sog. silbernen Trade-Dollars, womit Mexiko und die USA “relativ” billig Waren aus Südamerika oder China bezogen. Diese Länder hatten dann meistens Silberstandard- oder gar nur Papierwährungen und setzen den Silberwert inländisch zu hoch an, obwohl der Silber-Weltmarktpreis schon längst niedriger war. Seit etwa dem Ende der 1920er-Jahren gibt es praktisch keine realen Handelsmünzen mehr; einige werden zwar noch heute für Münzsammler mit Aufgeld nachgeprägt. Die Rolle der vormaligen Handelsmünzen übernimmt bis heute der (papierne bzw. “giralgeldförmige”, elektronische) US-Dollar als Weltleitwährung.

Vorsicht Falschgeld & Falschmünzerei

29. September 2009

Falschgeld wird gefälschtes bzw. nachgemachtes Geld genannt, das nicht den Geldwert besitzt, den es zu haben scheint. Ziel des Verwenders ist demnach die Täuschung von Gläubigern über den wahren Wert. Wird Falschgeld verwendet, spricht man davon, dass es in den (Zahlungs-)Verkehr gebracht wird. Die Herstellung sowie deren Vorbereitung sowie das Inverkehrbringen steht weltweit unter Strafe. Seit der ersten Einführung von Geld wird von mehr oder weniger geschickten Betrügern versucht, dieses nachzuahmen und in Umlauf zu bringen. Schon um 220 n. Chr. wurden in Rißtissen, das damals in der Provinz Rätien innerhalb der Grenzen des römischen Reiches lag, falsche römische Denare mit Hilfe von Tongußformen in großem Stil hergestellt. Falschmünzen und Gussformen können im Rißtisser Römermuseum besichtigt werden. Auch aus Arae Flaviae, dem heutigen Rottweil, ist ein ähnlicher Fund von ungefähr 100 n. Chr. bekannt. Der Biss in einen Goldtaler wurde beispielsweise genutzt, um unechte Münzen (meist aus härterem Material) von echten zu unterscheiden. Im Mittelalter drohten einem Falschmünzer drakonische Strafen: Er wurde in siedendes Öl getaucht. Im 2. Weltkrieg lief eine Geldfälschungsaktion des Sicherheitsdienstes des Deutschen Reiches unter dem Decknamen Aktion Bernhard. Dabei wurden in großem Stil gefälschte ausländische Banknoten hergestellt, um die Wirtschaft feindlicher Länder zu destabilisieren. In den 1970er Jahren erlangte Günter Hopfinger Berühmtheit durch handgemalte Tausend- und Hundertmarkscheine. Er wurde dafür zu 4 Jahren und 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Seit 1994 wird Nordkorea verdächtigt, eine als Superdollar bezeichnete, nahezu perfekte Fälschung des US-Dollars anzufertigen. Die Herstellung und Verbreitung von Falschgeld wurde zu jeder Zeit hart bestraft. Heute werden original Münzen und Banknoten mit speziellen Sicherheitsmerkmalen versehen, um das Erstellen von Falschgeld so schwer wie möglich zu machen. Auf den deutschen Reichsbanknoten wurde im Kleingedruckten mit Zuchthausstrafen gedroht: Wer Banknoten nachmacht oder verfälscht, oder nachgemachte oder verfälschte sich verschafft und in Verkehr bringt, wird mit Zuchthaus nicht unter zwei Jahren bestraft. Auf den deutschen DM-Scheinen ab 1963 wurde dann Zuchthaus durch Freiheitsstrafe ersetzt. In Deutschland ist Geldfälschung gemäß § 146 StGB ein Verbrechen und das wissentliche Inverkehrbringen von Falschgeld, das man unwissentlich erhalten hat, gemäß § 147 StGB ein Vergehen. Bringt man jedoch Falschgeld in Verkehr, das man wissentlich erhalten hat, handelt es sich ebenfalls um ein Verbrechen nach § 146 StGB. Aufgefundenes Falschgeld ist von Banken, entsprechend § 36 Bundesbankgesetz, einzuziehen, ein Ersatz wird nicht geleistet. Artikel 6 Abs. 1 der Ratsverordnung (EG) 1338/2001 verpflichtet u. a. Kreditinstitute, alle Euro-Banknoten und -Münzen, die sie erhalten haben und bei denen sie wissen oder ausreichende Gründe zu der Annahme haben, dass es sich um Fälschungen handelt, aus dem Verkehr zu ziehen. Fälschungen (im Fachausdruck „Falsifikate“) werden im allgemeinen bei den Filialen der Staatsbanken (Deutsche Bundesbank, Schweizerische Nationalbank) erkannt und an festgelegte Behörden übermittelt. In Deutschland ist dies die Falschgeldstelle der Deutschen Bundesbank, in der Schweiz die Zentralstelle Falschgeld der Schweizer Bundeskriminalpolizei. Für die Erkennung von Fälschungen stehen in Deutschland bei den Bundesbanken verschiedene Techniken zur Verfügung: Bei Papiergeld gibt es Voll- und Halbautomaten und seit kurzem auch die sogenannte Multistückelungsmaschine BPS 1000. Die Erkennungssicherheit von Fälschungen liegt bei 99,99 %. Erkannt werden die Falsifikate durch spezielle Sensoren (Blackboxen). Hartgeld wird durch vollautomatische Hartgeldbearbeitungsmaschinen (NGZ 6000) kontrolliert, die im Vergleich zu den Papiergeldbearbeitungsmaschinen eine geringere Erkennungsrate von 96 % haben. Fälschungen werden in Fälschungsklassen nach Qualität unterteilt.

 

Die häufigsten gefälschten Geldstücke im EU-Raum sind Zwei- und Ein-Euro-Münzen sowie 50-Euro-Cent-Münzen. Im Jahr 2006 wurden 77.000 Falschmünzen in Deutschland entdeckt, ein Höchststand seit der Euroeinführung. In der Schweiz ist es der Fünfliber (5-Franken-Münzen). Das Falschgeldaufkommen bei Zwei-Euro-Münzen ist sehr hoch und von der Stückzahl erheblich höher als bei den Papierfalsifikaten. Erfahrungsgemäß fallen bei der Bearbeitung von ca. 75.000 Zwei-Euro-Münzen ca. 15 bis 25 Falschmünzen an. 2006 waren 141.000 falsche Zwei-Euro-Münzen und 14.000 Ein-Euro-Münzen im Umlauf.[2] Die Stückzahl von Falsifikaten hängt allerdings von der Region ab (in Metropolen ist das Falschgeldaufkommen größer als in ländlichen Gebieten). Die Chance für einen Laien, eine falsche Münze zu erkennen, ist im Alltag fast ausgeschlossen. Am einfachsten lassen sich gefälschte Euro-Münzen mit einem Magneten entlarven: gefälschte Euro-Münzen sind meistens stark oder gar nicht magnetisch, während die echten Ein- und Zwei-Euro-Münzen nur leicht am Magneten haften. Nachdem in der Schweiz täuschend echt gefälschte 5-Franken-Münzen (Fünfliber) auftraten, die in Italien produziert worden waren, hat sich nach der Auflösung der Falschgeldwerkstätte die Lage etwas beruhigt. Als Maßnahme werden momentan sämtliche Fünf-Franken-Stücke von 1985 bis 1993 eingezogen und vernichtet, da sie eine vertiefte Randschrift haben. Sie sind ab 2007 ungültig, werden aber von der Nationalbank nach wie vor zum Nennwert zurückgenommen. Andere Jahrgänge haben eine erhöhte Randschrift und sind daher schwieriger zu fälschen. Während 1998 über 21.000 Falschmünzen festgestellt werden konnten, waren es 2004 lediglich 339 Münzen. Daneben wurde noch eine größere Zahl an gefälschten Zweifränklern sowie den Zwanzigfranken-Goldstücken festgestellt. Fälschungsidentifizierungsmerkmale für Hartgeld z. B. in Verkaufsautomaten: Farbe Rändelung Gewicht und Schwerpunktlage (durch nicht exakt mittige Prägung) Abmessungen Elektrischer Widerstand Magnetismus. Die vollautomatische Münzgeldbearbeitungsmaschine NGZ 6000 besteht aus verschiedenen Maschinenkomponenten (Percotronic, LCC20, Computer, Arbeitstisch, Touchscreen) und kann Münzen der Stückelungen 2 Euro, 1 Euro und 50 sowie 20 Eurocent bearbeiten. Die NGZ kann auch Münzen der Stückelungen 5 DM, 2 DM, 1 DM sowie 50 Pfennige bearbeiten. Die Durchsatzrate hängt von der Stückelung und Qualität der Münzen ab. Percotronic - Der Inhalt der geöffneten Beutel wird in die Percotronic geschüttet und auf einem Teller vereinzelt, jede Münze wird auf elektrischen Widerstand, Magnetismus, Größe, Dicke und Verbiegungen überprüft. Die vorkontrollierten Münzen werden in die sogenannte LCC20 weitertransportiert und durch einen Teller wiederum vereinzelt. Eine Kamera photographiert jede einzelne Münze und vergleicht diese mit einem im Computer hinterlegten Bild.

Münzen, Geld & Wertigkeit

28. September 2009

Geld, ahd. gelt, was soviel wie “Vergeltung, Vergütung, Einkommen oder Wert” bedeutet.[1] Geld ist ein Ausdruck für ein Wertäquivalent. Dieser Ausdruck kann in Form von sinnlich wahrnehmbaren oder auch in Form von ideellen Gegenständen stattfinden. Geld als sinnlich wahrnehmbare Gegenstände sind beispielsweise Geldmünzen, Gutschriften oder Wertpapiere wie etwa Banknoten, Schecks oder Wechsel. Geld als ideelle Gegenstände sich etwa in Form von Bankguthaben oder Kreditzusagen. Im praktischen Gebrauch ist Geld ein Zwischentauschmittel, das sich von anderen Tauschmitteln dadurch unterscheidet, dass es nicht unmittelbar den Bedarf eines Tauschpartners befriedigt, sondern auf Grund allgemeiner Anerkennung zu weiterem Tausch eingesetzt werden kann. Geld ist ein Studienobjekt der Geldtheorie innerhalb der Wirtschaftswissenschaft, ferner auch von Soziologie und Philosophie. Als Geldfunktion bezeichnet man in der Volkswirtschaftslehre die verschiedenen Formen von Nutzen, die Geld stiften kann: Geld hat Zahlungsmittelfunktion. Unter einem Tausch- oder Zahlungsmittel versteht man ein Objekt oder auch ein erwerbbares Recht, das ein Käufer einem Verkäufer übergibt, um Waren oder Dienstleistungen zu erwerben. Geld vereinfacht den Tausch von Gütern und die Aufnahme und Tilgung von Schulden. Geld ist ein Wertaufbewahrungsmittel. Um diesen Zweck erfüllen zu können, muss es seinen Wert dauerhaft behalten können. Geld ist Wertmaßstab und Recheneinheit. Der Wert einer Geldeinheit wird als Kaufkraft bezeichnet. 

Historisch erlangten bestimmte begehrte Güter wie Getreide, Muscheln, Silber oder Gold Geldfunktion, indem sie als Zwischentauschmittel eingesetzt wurden. Geld entstand, indem allgemein geschätzte, in beschränkter, jedoch ausreichender Menge verfügbare und unverderbliche natürliche Gegenstände als allgemeines Tausch- und Zahlungsmittel in Gebrauch kamen (Warengeld). Dies waren entweder Naturgegenstände (Naturalgeld), Schmuckstücke (Schmuckgeld) oder allgemeine Gebrauchs- und Nutzgegenstände wie auch Nutztiere. Im Mittelalter gab es insbesondere im slawischen und skandinavischen Ostseeraum ausgeprägte Gewichtsgeldwirtschaften, in denen Metall, besonders Silber, in Form von (häufig nach Gewichtsbedarf zerteilten) Barren, Schmuckstücken und auswärtigen Münzen als Zahlungsmittel (Gewichtsgeld) diente, wobei auch bei den Münzen allein das Gewicht, das Käufer und Verkäufer durch Doppelwägung bestimmten, maßgebend war (Görmer 2006, 165).

Als weitere Form des Geldes entstand Kreditgeld, bei dem eine Forderung gegenüber einem Schuldner dazu genutzt wird, um Waren und Dienstleistungen zu bezahlen. Heutiges, von Geschäfts- und Zentralbanken geschaffenes Geld ist Kreditgeld und stellt eine Forderung gegenüber der jeweiligen Bank dar. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts existierten in vielen Ländern Währungsstandards, die den Geldwert in den verwendeten Währungseinheiten als Wert einer feststehenden Menge des Edelmetalls Gold oder Silber definierten. Dies war häufig mit der Prägung und dem Umlauf von Kurantmünzen verbunden. Andere Zahlungsmittel wurden in der Regel vom jeweiligen Emittenten auf Verlangen in Kurantmünzen getauscht, deren Edelmetallmenge dem Nennwert der eingetauschten Zahlungsmittel entsprach. In den meisten Ländern dominierten zunächst Silberstandards. Preise wurden in den jeweiligen, durch Silbermengen definierten Währungseinheiten angegeben. Im täglichen Zahlungsverkehr fanden sowohl Silberkurantmünzen als auch Scheidemünzen Verwendung. Während dieser Zeit umlaufende Goldmünzen hatten einen Kurs zum Silberkurantgeld, der auf den Kurszetteln der Börsenplätze ablesbar war. Goldmünzen hatten im Binnenland die Funktion von „Sondergeld“ bei der Bezahlung „höchstwertiger“ Güter und dienten als Handelsmünzen zur Bezahlung von Handelspartnern aus dem Ausland.

Die meisten Industriestaaten wechselten im 19. Jahrhundert zu einem Goldstandard. In Deutschland waren Banknoten zum Teil durch Gold, zum Teil durch gute Handelswechsel mit einer Fälligkeit von höchstens drei Monaten gedeckt. Banknoten der Reichsbank, Reichskassenscheine und Scheidemünzen wurden auf Verlangen bei den Reichsbank(haupt)kassen in Währungsgoldmünzen eingetauscht. Deutsche Privatbanken mit eigener Notenemission tauschten ebenfalls auf Verlangen von ihnen in Umlauf gebrachte Banknoten in Goldmünzen. Auf Grund der vor dem Ersten Weltkrieg herrschenden stabilen Währungsverhältnisse bestanden in Deutschland im täglichen Geldverkehr keine Kursunterschiede zwischen Gold-, Papier, Scheide- und Buchgeld. Auch war diese Zeit durch weitgehend stabile Wechselkurse zwischen den Goldstandardländern geprägt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verzichteten die meisten Staaten auf einen Währungsstandard. An die Stelle eines solchen Standards traten geldpolitische Maßnahmen der Zentralbanken, die eine Preisniveaustabilität sicherzustellen sollen.

Die ersten Münzen wurden im 7. Jahrhundert v. Chr. von den Lydern geschlagen. Münzen erleichterten den Handel wesentlich. Sie hatten den Vorteil, immer gleiche Größe, gleiches Gewicht und gleiches Aussehen zu besitzen und statt gewogen abgezählt werden zu können. Während bei Kurantmünzen der Münzwert dem Wert des verwendeten Edelmetalls entspricht, ist bei Scheidemünzen ähnlich wie bei Banknoten der Wert einer Münze als Zahlungsmittel höher als der Materialwert. Kurantmünzen sind Warengeld, bei Scheidemünzen handelt es sich hingegen um Kreditgeld. Das Greshamsche Gesetz - „Das schlechte Geld verdrängt das gute.“ - beschreibt, welche Auswirkungen es hat, wenn Marktteilnehmer durch gesetzliche Vorschriften dazu gezwungen werden, Geld mit geringerem Wert als Zahlung für Waren und Dienstleistungen ohne Preisaufschlag gegenüber der Zahlung mit Geld von höherem Wert zu akzeptieren. Wenn beispielsweise aus Gold und Silber bestehende Kurantmünzen als Zahlungsmittel üblich sind, durch ein Gesetz ein Wertverhältnis zwischen Gold und Silber festgelegt wird und dieses Verhältnis nicht den Marktpreisen der Edelmetalle entspricht oder die Marktpreise sich ändern, hat dies zur Folge, dass Marktteilnehmer zum Bezahlen die Münzen mit geringerem Wert verwenden, Preise sich an den Münzen mit geringerem Wert orientieren und die Münzen mit höheren Wert aus dem Umlauf verschwinden. Unter freiem Wettbewerb hingegen kann sich „gutes Geld“ gegenüber „schlechtem Geld“ durchsetzen. So wurden in England zu Beginn der Industriellen Revolution von privaten Münzprägeanstalten in Umlauf gebrachte Kupfermünzen gegenüber Kupfermünzen der königlichen Münzprägeanstalt bevorzugt, da die von privaten Unternehmern geprägten Münzen eine höhere Prägequalität aufwiesen und damit fälschungssicherer waren, in ausreichender Menge verfügbar waren, und die Emittenten im Gegensatz zur königlichen Münzprägeanstalt die Kupfermünzen auf Verlangen wieder in Goldmünzen oder Banknoten der Bank of England eintauschten.[

Sind Sie ein Numismatiker???

28. September 2009

Ein Numismatiker ist eine Person, die sich mit der Numismatik, also insbesondere mit Münzen, beschäftigt. Berufliches Tätigkeitsgebiet des Numismatikers ist fast ausschließlich das Museumswesen, wo er große öffentliche Sammlungen betreut (zum Beispiel Berlin, Wien, Dresden, München, Frankfurt am Main, Gotha), ferner die Universität, wo Numismatik gelehrt wird. (Universitäten Frankfurt am Main, Marburg, Münster, Tübingen und Wien). Im Münzhandel ist mitunter ein Numismatiker als Verfasser von Auktionskatalogen beschäftigt. Generell und darüber hinaus können alle ernsthaften, wissenschaftlich arbeitenden Münzsammler als Numismatiker bezeichnet werden. Die Tätigkeit der für die verschiedenen Bundesländer tätigen Numismatiker werden vernetzt und koordiniert in der Numismatischen Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland. Die Organisation der Numismatiker geschieht in Numismatischen Gesellschaften, die meistens eigene Publikationsorgane unterhalten, wie der Royal Numismatic Society in London, gegründet 1836, der Österreichischen Numismatischen Gesellschaft, gegründet 1870. Die älteste deutsche Numismatische Gesellschaft ist die 1843 gegründete Berliner Numismatische Gesellschaft. Als Organisationen der Sammler fungieren die Deutsche Numismatische Gesellschaft, gegründet 1951, die ein Dachverband der Münzvereine ist, und die Gesellschaft für Internationale Geldgeschichte, gegründet 1965, die sich als gemeinnützige Forschungsgesellschaft versteht. Die Numismatische Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland, gegründet 1950, ist das Forum, in welchem die Länder im Rahmen ihrer Kulturhoheit die wissenschaftlichen Belange des inhaltlich weit verzweigten Faches koordinieren.

Altdeutschland Taler Münzen und Medaillien

28. September 2009

Die vom bayerischen Herzog Albrecht V. gegründete Kunstkammer besaß bereits Ende des 16. Jahrhunderts mehr als 7.000 Münzen. Sein Sohn Herzog Wilhelm V. führte die Sammlung fort. Die Kunstkammer war damals im alten Marstallgebäude am Münchener Hofgraben untergebracht. Während des Dreißigjährigen Krieges fiel ein Teil der inzwischen kurfürstlichen Sammlung als Kriegsbeute an die Schweden. Der Rest bildete den Grundstock einer neuen kurbayerischen Münzsammlung. Durch die Thronbesteigung des wittelsbacherischen Pfälzers Karl Theodor wurden die kurpfälzische und die kurbayerische Sammlung vereinigt. Durch die Säkularisation während der napoleonischen Zeit kamen viele klösterliche Münzsammlungen an den bayerischen Staat. Das meiste wurde eingeschmolzen, jedoch hatte der Konservator des Münzkabinetts ein Vorgriffsrecht und erweiterte dadurch die Sammlung. Zusätzlich wurden in jener Zeit von St. Emmeran in Regensburg und St. Peter in Salzburg zwei komplette Sammlungen durch Kauf erworben. Im Jahr 1807 wurde das „Königliche Münzcabinet“ aus der Hofverwaltung herausgelöst und der Akademie der Wissenschaften unterstellt. Der Kronprinz und spätere König Ludwig I. hatte durch seine Begeisterung für die griechische Antike reges Interesse an der Münzsammlung und verbrachte viel Zeit dort. Als Teil seiner Kunstpolitik gab Ludwig I. regelmäßig kursfähige Gedenkmünzen für bemerkenswerte Ereignisse oder verdiente Personen der Gegenwart heraus. Durch weitere Zukäufe wurde die Sammlung im gesamten 19. Jahrhundert stark erweitert. Vor allem die Bereiche Mittelalter und Neuzeit wurden ausgebaut, da bis dahin der Schwerpunkt auf antiken Münzen gelegen hatte. Außerdem wuchs Anfang des 19. Jahrhunderts das Bewusstsein für den kulturellen und historischen Wert archäologischer Funde in Bayern. Im Jahr 1808 wurde die Bayerische Verordnung zum Schutze aufgefundener Münzen und anderer Altertümer erlassen. Dies führte dazu, dass im 19. Jahrhundert über 330 Funde dem Münzkabinett gemeldet wurden. Zu Beginn wurden aus den Funden nur fehlende Stücke zur Ergänzung der Sammlung ausgewählt. Allmählich setzte sich jedoch die Erkenntnis durch, dass auch die kompletten Funde wichtig für die Geschichtsforschung sind. Diese Verordnung gilt für den Freistaat Bayern prinzipiell noch heute: Die eine Hälfte eines Funde gehört dem Finder, die andere dem Grundstückseigentümer (privat oder staatlich). In den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurden durch den Konservator Georg Habich das Münzkabinett vor allem um Renaissance-Medaillen und -Plaketten erweitert. 1961 kam die Rechenpfennig-Sammlung von Arthur Koenig hinzu, die sehr viele Stücke aus dem Raum Nürnberg beinhaltete. Später folgte die Sammlung von Paul Arndt mit dem Schwerpunkt antike Steinschneidekunst. Während des zweiten Weltkriegs wurde der Sitz der Sammlung, das Akademiegebäude in der Neuhauser Straße, zerstört. Da die umfangreiche numismatische Fachbibliothek ausgelagert war, überstand sie den Krieg unbeschadet. 1963 wurden die heutigen Ausstellungsräume in der Münchner Residenz eröffnet. Von 1991 bis 2006 leitete Bernhard Overbeck die Sammlung. In der Staatliche Münzsammlung München sind Münzen, Medaillen, Banknoten, Wertpapiere und geschnittenen Steine vertreten. Die Sammlung umfasst momentan einen Bestand von circa 300.000 Objekten. Die ältesten Gegenstände stammen aus dem 3. Jahrtausend vor Christus. Die heutigen Schwerpunkte des Münzkabinetts sind Renaissance-Medaillen und der bayerische Geschichtstaler.

Münzen: Ein wichtiger Bereich der Münzsammlung sind, neben Münzen aus aller Welt, die Prägungen der bayerischen und pfälzischen Wittelsbacher. Dazu gehören auch die in Bayern aufgegangenen ehemals unabhängigen Territorien (z. B. Franken) und Städte (z. B. Nürnberg). Der bayerischen Geschichtstaler sollte ursprünglich als Zahlungsmittel zirkulieren. Die Erinnerung an herausragende bayerische Persönlichkeiten und Ereignisse sollte in der Bevölkerung wach gehalten werden, indem man sie auf im Umlauf befindlichen Münzen verewigte. Die Ursprungsidee stammte vom damaligen Konservator Ignaz von Streber. Ludwig I. griff nach seinem Regierungsantritt die Idee auf und ließ eine lange Reihe, prägen, die auch noch von seinen Nachfolgern fortgesetzt wurde.

Medaillen: Zu den Schwerpunkten dieser Sammlung zählen die deutschen Renaissancemedaillen aus dem 16. Jahrhundert und die dazugehörigen Formmodelle aus Hartholz oder aus weichem Stein. Dieser Bereich wurde durch den Konservator Georg Habich, einem Spezialisten auf dem Gebiet der deutschen Renaissancemedaillen, in den ersten 30 Jahren des 20. Jahrhunderts aufgebaut. Er hatte auch großen Einfluss auf die Gestaltung von deutschen Medaillen in dieser Zeit. Breiten Raum nimmt auch die neuere und moderne Medaillenkunst ein. Diese blühte vor allem in Frankreich und Deutschland seit dem Ende des 19. Jahrhunderts neu auf. Der von der Staatlichen Münzsammlung München mitbegründete Künstlerkreis der Medailleure steht in regem Kontakt zur Sammlung.

 

Was ist eine Klippe bei Münzen??

27. September 2009

Klippe ist eine Bezeichnung für eckige Münzen oder Medaillen. Der Begriff bezieht sich auf die Herstellung der Münzen und kommt ursprünglich aus dem Schwedischen. Er bedeutet (mit der Schere) „abschneiden“, „abknipsen“, „schneiden“. In Skandinavien wird die Münze als Klipping bezeichnet (siehe beispielsweise Fyrk in Schweden). Die ersten Klippen entstanden am Beginn des 16. Jahrhundert während der Regierungszeit von König Christian II. (Dänemark, Norwegen und Schweden), der dafür den Spottnamen König Klipping oder Glipping bekam. Auch später wurden solche Münzen insbesondere in Notzeiten etwa bei Belagerungen (siehe auch Belagerungsmünze) ausgegeben. Besonders im 16. und 17. Jahrhundert kamen solche Münzen häufig in Umlauf. Ein Grund dafür waren auch die in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts entwickelten Münz-Prägemaschinen. Mit diesen konnte man aus Metallstreifen, die zwischen zwei gegenläufigen Walzen durchliefen, Klippen in einem Arbeitsgang vollautomatisch und ohne Zutun herstellen. Die von diesen Maschinen ausgeworfenen Klippen mussten dann in einem zweiten Arbeitsgang erst zu runden Münzen zurechtgestanzt werden. Die Herstellung der eckigen Münzen war zwar günstiger, aber die Akzeptanz solcher Münzen blieb dennoch recht gering und so verschwanden sie wieder aus dem Umlauf und wurden, bis ins 20. Jahrhundert, meist nur mehr als Gedenkmünzen oder Medaillen ausgegeben.

Schweizer Franken in Gold & Silber

27. September 2009

Der Schweizer Franken (französisch franc suisse, italienisch franco svizzero, rätoromanisch franc svizzer) ist die Währung der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein. Er wird in 100 Rappen (frz. centimes, ital. centesimi, rät. raps) unterteilt. Seine ISO-Abkürzung ist CHF, das Währungszeichen SFr. (kurz Fr.). Bis 1798 war die Ausgabe von Münzen Sache der Kantone. Mit der Helvetik wurde erstmals eine gesamtschweizerische Währung eingeführt, welche gemäss dem Vorbild Frankreichs den Namen „Franken“ trug. Mit der Mediation von 1803 ging aber die Münzhoheit an die Kantone zurück. Nachdem 1848 die Schweiz als Bundesstaat geschaffen wurde, war wieder der Bund für die Währung zuständig. Ab 1850 liess dieser Münzen prägen und im Jahr darauf herausgeben. Von 1865 bis 1927 war die Schweiz Mitglied der Lateinischen Münzunion, was bedeutete, dass Gold- und Silbermünzen aus Frankreich, Belgien, Italien und Griechenland in der Schweiz als offizielle Zahlungsmittel zirkulierten. Heute werden die Münzen von der offiziellen Münzstätte der Schweizerischen Eidgenossenschaft (swissmint) hergestellt.  Vor 1850 war, wie im benachbarten Österreich, die Hauptwährung der Gulden (fl.), welcher wie folgt geteilt wurde: 1 fl. = 15 Batzen = 20 Groschen = 60 Kreuzer (X‘) = 240 Pfennige = 480 Heller. Daneben kursierten auch andere Währungen, z.B. der Brabanter Taler (= 2 fl. 42 Kreuzer = Fr. 5.72). 1852 wurde gerechnet: 33 Gulden sind 70 Franken neuer Währung (1 Franken = 0.4714 Gulden). Banknoten wurden zuerst von Geschäfts- und Kantonalbanken herausgeben; 1907 erhielt die neu gegründete Schweizerische Nationalbank (SNB) als Zentralbank das alleinige Recht zur Banknotenausgabe (Notenmonopol). Die umgehend eingeführte erste Serie (Interimsnoten) basierte noch auf Entwürfen aus dem Ausland, ergänzt durch Schweizer Hoheitszeichen. 1909 druckte Orell Füssli probeweise Banknoten für die SNB, die basierend auf inländischen Entwürfen von mehreren Druckereien hergestellt und ab 1911 von der SNB als zweite Serie eingeführt wurden. In den 1970ern wurde mit der sechsten Serie die Sicherheitsdruck-Abteilung von Orell Füssli alleinige Druckerei für sämtliche Schweizer Banknoten. Der im Rahmen des Goldstandards festgelegte Wechselkurs gegenüber der Mark betrug 1912 0,81 und war 1932 noch unverändert. Von 1945 bis zum Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems 1973 war der Schweizer Franken mit dem US-Dollar gekoppelt. Der Kurs betrug von 1945 bis 1949 4.30521 CHF pro Dollar, von 1949 bis 1973 4.375 CHF pro Dollar bzw. 0,203125 g Gold pro Franken. Seither verlor der Dollar stets an Wert. 1924 wurde der Schweizer Franken auch in Liechtenstein eingeführt, wo er die Österreichische Krone ablöste. Einen offiziellen Währungsvertrag mit der Schweiz schloss Liechtenstein jedoch erst am 19. Juni 1980 ab („Währungsvertrag zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Fürstentum Liechtenstein“). Die amtliche Währung der italienischen Exklave Campione d’Italia ist der Schweizer Franken. Büsingen am Hochrhein benutzt den Euro als amtliche Währung; gehandelt wird jedoch meist mit dem Schweizer Franken. Als Reservewährung spielt der Schweizer Franken eine eher untergeordnete Rolle. Da mehrere internationale Sportverbände ihren Hauptsitz in der Schweiz haben, werden in vielen Sportarten Preisgelder in Schweizer Franken ausgezahlt. Ausser Kurs gesetzt sind und nicht mehr geprägt werden der Ein- und Zweiräppler. Die Landesbezeichnung ist auf allen Münzen mit „Confoederatio Helvetica“, dem lateinischen Namen der Schweizerischen Eidgenossenschaft, oder „Helvetia“ angegeben. Die ältesten heute noch gültigen Münzen sind die 10-Rappen-Münzen aus dem Jahre 1879. Sie gehören somit zu den ältesten noch gültigen Münzen weltweit. Bis heute weisen sie das gleiche Motiv und die gleiche Legierung (Kupfernickel) auf. Die 2-Franken-Münzen werden – als älteste – seit 1874 bis heute im gleichen Motiv geprägt. Die Ausgaben bis 1967 wurden jedoch auf Grund ihrer Silberlegierung (heute: Kupfernickel) zurückgezogen, da die Silberlegierung den Nominalwert überstieg. Dasselbe geschah gleichzeitig mit allen Münzwerten ab –.50 aufwärts (Ausnahme: 1969 gab es noch einmal 5-Franken-Münzen aus Silber). Seit 2004 wurden zudem die aus Reinnickel bestehenden 20-Rappen-Münzen der Jahre 1881–1938 aus dem Verkehr gezogen, da Automaten diese nicht erkennen können. Heute sind alle Münzen mit Ausnahme der 5-Rappen-Münze (Aluminiumbronze) in Kupfernickel legiert. Das Einrappenstück, das im Zahlungsverkehr schon lange keine Rolle mehr spielte und dessen Herstellungskosten zuletzt 11 Rappen betrugen, wurde per 1. Januar 2007 ausser Kurs gesetzt. Das bis 1974 geprägte Zweirappenstück wurde bereits 1978 aus dem Zahlungsverkehr genommen. Gleichzeitig mit der Abschaffung des Einräpplers wurde auch die Abschaffung des Fünfräpplers diskutiert. Da die Reaktionen darauf mehrheitlich negativ waren und unter anderem ein Preisanstieg befürchtet wurde, liess man diese Pläne fallen. Die Schweiz gibt seit 1936 gelegentlich und seit 1974 jährlich Gedenkmünzen heraus. Bis 1991 handelte es sich dabei um Fünffrankenmünzen, die in ihren technischen Daten mit den Kursmünzen identisch waren und kursgültig waren, auch wenn sie selten im Zahlungsverkehr anzutreffen waren. Heute werden Nominale zu 10 Franken (Bimetall), 20 Franken (20 g Silber-Kupfer-Legierung) und 50 Franken (11,29 g Gold-Kupfer-Legierung, wird nur über dem Nennwert verkauft) geprägt. Ihr Nennwert ist gesetzlich garantiert, für den allgemeinen Zahlungsverkehr sind sie jedoch nicht zugelassen. Der „Währungsvertrag Schweiz – Liechtenstein“ von 1981 erlaubt es Liechtenstein mit Genehmigung des Eidgenössischen Finanzdepartementes, eigene Münzen zu prägen und diese in Umlauf zu setzen. Dies ermöglicht Liechtenstein, Gedenkmünzen zu besonderen Anlässen zu prägen. So wurden für das 200-jährige Jubiläum der Souveränität des Fürstentums 2006 zwei Münztypen im Nominalwert von 10 und 50 Franken geprägt. Als Zahlungsmittel sind diese jedoch nur in Liechtenstein gültig.

Zahlwert und Nennwert einer Münze

27. September 2009

Der Nennwert oder Nominalwert von Münzen gibt an, welchen gesetzlichen Wert ein Zahlungsmittel hat. Er wird durch die herausgebende Institution, meistens die Nationalbank, festgelegt. Üblicherweise ist er auf dem Zahlungsmittel aufgedruckt bzw. aufgeprägt. Allerdings gab es in der Vergangenheit auch Münzen, auf denen kein Nominalwert aufgeprägt war, z. B. antike Münzen oder auch bei vielen neuzeitlichen Dukaten, die aber gewohnheitsgemäß trotzdem einen Nennwert hatten. Sammlermünzen (besonders Gedenkmünzen sowie alte und seltene Münzen) können einen Sammlerwert haben, der oft weit über dem Nennwert liegt. Bei Münzen aus Edelmetallen übersteigt zudem heutzutage meistens der innere Wert (Metallwert) den Nennwert, siehe Bullion-Münzen. Falls die herausgebende Stelle ein Zahlungsmittel nur eingeschränkt einlöst, die allgemeine Umlauffähigkeit nicht garantiert oder es gar für ungültig erklärt, kann der tatsächliche Wert aber auch unter dem Nennwert liegen. Der Wert, zu dem ein Zahlungsmittel in einer Transaktion tatsächlich akzeptiert wird, heißt Kurswert. Bei stabilen und regulierten Währungsverhältnissen sind der Nennwert und der Kurswert identisch; dieses ist in den meisten Industrienationen der Fall. Den Nennwert gibt es auch bei Wertpapieren. Der Nennwert/Nennbetrag von Aktien: N: Nennwert einer Aktie; G: rundkapital der Aktiengesellschaft; A: Aktienanzahl

 N = \frac{G}{A}

Früher hatten alle Aktien einen festen Nennwert, der Kurs wurde relativ zu diesem angegeben (so wie heute noch bei Anleihen, sog. Prozentnotierung). Eine 50-DM-Aktie zu einem Kurs von 1000 % kostete also 500 DM. Bis vor wenigen Jahren fanden sich an der Börse München noch einige prozentnotierte Kleinstgesellschaften. Schon seit Jahrzehnten hat sich jedoch die Kursangabe der Aktie an sich durchgesetzt, seit Ende der 1990er-Jahre auch die nennwertlose Aktie (Stückaktie), die nur noch einem der aktuellen Gesamtaktienzahl entsprechenden Anteil am Grundkapital entspricht. Der Nennwert darf bei Aktien nicht mit dem Emissionskurs verwechselt werden, dieser wird auf dem Kapitalmarkt durch Angebot und Nachfrage bestimmt.

Münzen - Wer darf die bei uns eigentlich herstellen??

27. September 2009

Das Münzrecht ist die Befugnis, Münzen zu prägen und in Umlauf zu bringen; es schließt die Bestimmung über die Gestaltung der jeweiligen Münzen ein. Ein historischer Begriff hierfür ist Münzregal – als Regalien wurden die Hoheitsrechte des Königs und später eines Landesherrn bezeichnet. Münzrecht in der Europäischen Währungsunion: Auch nach Einführung des Euro in der Europäischen Union ist das Münzrecht bei den jeweiligen nationalen Regierungen verblieben. Die Münzhoheit ist dabei jedoch von der Währungshoheit zu unterscheiden. Deutsches Münzrecht: In Deutschland obliegt das Münzrecht nach Art. 73 Nr. 4 GG allein dem Bund. Das Münzrecht wird durch die Bundesregierung ausgeübt. Die Münzen werden durch die deutsche Bundesbank nach dem Bedarf ausgegeben und über die privaten und öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute in den Verkehr gebracht und bilden den sogenannten „Schlagschatz“. Die gesetzliche Monopolstellung des Bundes bezüglich der Ausprägung von Scheidemünzen (unterwertig ausgeprägte Münzen) findet ihren Niederschlag in § 7 des Münzgesetzes vom 8.Juli 1950, in dem es heißt: “Die Scheidemünzen werden im Auftrage und für Rechnung des Bundes in den Münzstätten derjenigen Länder ausgeprägt, die sich dazu bereit erklären.” Die Bundesrepublik Deutschland hat mehrere Münzstätten: Dies sind München, Stuttgart, Karlsruhe, Hamburg und Berlin. Inzwischen werden nur noch Scheidemünzen, d. h. Münzen, deren Herstellungskosten und Materialwert unterhalb des Ausgabe- bzw. Nennwertes liegen, in Umlauf gebracht. Der Gewinn fließt dem Bundeshaushalt zu. Sogenannte Kurantmünzen, d. h. Münzen, deren Herstellungs- und Materialwert dem Ausgabewert entspricht, werden nicht mehr geprägt.

Unsere schöne und geehrte Deutsche Mark (DM)

24. September 2009

Die Deutsche Mark (abgekürzt DM, umgangssprachlich auch D-Mark oder kurz Mark, im englischsprachigen Raum meist Deutschmark) löste am 21. Juni 1948 in den drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands und drei Tage später auch in den drei Westsektoren Berlins durch die Währungsreform 1948 die Reichsmark als gesetzliche Währungseinheit ab. Die kurz darauf am 24. Juli in der Sowjetischen Besatzungszone und im Ostsektor Berlins eingeführte neue Währung hieß ebenfalls „Deutsche Mark“; sie blieb die Währung der DDR bis zum 31. Juli 1964. Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland am 23. Mai 1949 blieb die Deutsche Mark die Währungseinheit in der Bundesrepublik einschließlich West-Berlins. In der DDR löste sie mit Inkrafttreten der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion am 1. Juli 1990 die Mark der DDR ab und blieb das gesetzliche Zahlungsmittel auch im wiedervereinigten Deutschland. Die Mark wurde schließlich 1999 (als Buchgeld) und 2002 (als Bargeld) durch den Euro ersetzt. Allerdings nutzen viele Deutsche die Deutsche Mark immer noch als Vergleichswährung. Ende November 2008 waren nach Angaben der Bundesbank immer noch fast 14 Mrd. DM im Umlauf. In Folge des Zweiten Weltkriegs war das bisherige Zahlungsmittel der Reichsmark (RM) zur weiteren Verwendung kaum noch geeignet, da hierfür keine volkswirtschaftliche Deckung mehr bestand und auch das Vertrauen in die Währung zerrüttet war; neben der Reichsmark hatte sich in den Nachkriegsjahren eine „Zigarettenwährung“ etabiert, das heißt, viele Menschen bevorzugten einen direkten Warentausch. Da sich die Interessen der Alliierten Besatzungsmächte bezüglich der weiteren Entwicklung ihrer Besatzungszonen zunehmend unterschieden, verfolgten die westlichen Besatzungsmächte (USA, Großbritannien und Frankreich) eigene Ziele, zu denen eine Währungsreform, also die Einführung einer neuen und stabilen Währung, zählte.

Dieser Plan unterlag strengster Geheimhaltung; wesentliche Teile wurden im so genannten „Konklave von Rothwesten“ erarbeitet. Dazu trafen sich im Haus Posen in Rothwesten (Fuldatal) vom 21. April bis 8. Juni 1948 elf deutsche Vertreter von Banken sowie Wirtschaftswissenschaftler mit drei Vertretern der Militärregierungen und erarbeiteten die vier Gesetze zur Neuordnung des Geldwesens, die die Einführung der neuen Währung regelten.Im März 1948 war diesen schon das Gesetz zu Errichtung der Bank deutscher Länder vorausgegangen. Heute erinnert ein Museum in Rothwesten an diese Vorgänge. Die Bevölkerung wurde über die bevorstehende Einführung erstmals am 18. Juni 1948 – drei Tage vor der Einführung – durch eine Rundfunkmeldung informiert. Die D-Mark wurde am Montag, dem 21. Juni 1948, in den westlichen Besatzungszonen, also in den Ländern Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden, Württemberg-Baden, Württemberg-Hohenzollern und Bayern eingeführt und war dort von da an alleiniges Zahlungsmittel. In den drei Westsektoren von Berlin erfolgte die Einführung der neuen Währung mit einer Verzögerung von drei Tagen und löste die sowjetische Berlin-Blockade aus. Alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel wurde die „Westmark“ hier erst am 20. März 1949. Für Grenzgänger zwischen Ost- und West-Berlin wurde eine Lohnausgleichskasse eingerichtet. Die Ausgabe der neuen Währung erfolgte an den Ausgabestellen für die Lebensmittelmarken. Allerdings wurde pro Person nur ein so genanntes „Kopfgeld“ von 60 DM ausgezahlt; 40 DM sofort und weitere 20 DM zwei Monate später. Ferner erhielten Unternehmen auf Antrag bei ihrer Bank pro Angestellten einen so genannten „Geschäftsbetrag“ von 60 DM. Der „Geschäftsbetrag“ und das „Kopfgeld“ wurden später bei der Umstellung des Barvermögens angerechnet.

Altes Reichsmark-Barvermögen musste zur Umstellung bis zum 26. Juni 1948 bei einer Hauptumtauschstelle abgeliefert und angemeldet werden. Dort wurde nach Genehmigung durch das Finanzamt das Gesamtgeld über ein „Reichsbank-Abwicklungskonto“ umgestellt. Bei den natürlichen Personen wurde vom Gesamtaltgeld zunächst der neunfache Kopfbetrag abgezogen. Der Rest wurde zu je 50 % auf ein Freikonto und 50 % auf ein Festkonto umgestellt. Kurze Zeit später wurde das Festkonto aufgelöst, indem 70 % seines Betrages vernichtet, 20 % auf das Freikonto und 10 % auf das Anlagekonto übertragen wurden. Dadurch sollte der Gefahr einer erneuten Inflation durch eine zu große Geldmenge vorgebeugt werden. Letztlich ergab sich so ein faktisches Umstellungsverhältnis von 10:0,65, das heißt, je 100 RM erhielt man 6,50 DM. Bei den Wirtschaftsunternehmen wurde vom Altgeld der zehnfache Geschäftsbetrag abgezogen und die Umstellung danach wie bei den natürlichen Personen vorgenommen. Die Altgeldguthaben der Banken sowie der öffentlichen Hand erloschen. Löhne und Gehälter, Mieten und Steuern und ähnliche wiederkehrende Zahlungen wurden mit dem Umstellungstag im Verhältnis 1:1 in D-Mark fällig.

Die neue Währung hatte zur Folge, dass die Preise erheblich stiegen, was einen Generalstreik am 12. November 1948 verursachte. An diesem bisher einzigen Generalstreik in der deutschen Nachkriegsgeschichte nahmen ungefähr 9 Millionen Menschen teil. Im Saarland wurde die Reichsmark bereits im Juni 1947 durch die Saar-Mark abgelöst; noch im selben Jahr erfolgte die Umstellung auf den Saar-Franken. Nach dem Beitritt des Saarlandes zur Bundesrepublik Deutschland am 1. Januar 1957 dauerte es noch bis zum Ablauf der Währungsvereinbarungen mit Frankreich am 7. Juli 1959, bis die D-Mark auch hier die offizielle Währung wurde. In der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR war als Bezeichnung der Währungseinheit von Ende Juni 1948 bis 1964 gleichfalls Deutsche Mark (DM) üblich. Ab 1964 wurde das gesetzliche Zahlungsmittel der DDR als Mark der Deutschen Notenbank (MDN) bezeichnet, von 1968 bis Ende Juni 1990 als Mark der DDR (M). Die D-Mark wurde zunächst von der Bank deutscher Länder, ab 1957 von der Deutschen Bundesbank, herausgegeben. Neben der offiziellen Ausgabe hielt die Deutsche Bundesbank von 1960 bis 1988 mit den Bundeskassenscheinen und einer Ersatzbanknoten-Serie ein geheimes Ersatzgeld für Krisenzeiten bereit. Die DM hatte – und hat noch immer – einen Ruf als „harte“ Währung. Dieser begründet sich aus Vergleichen der „verbliebenen Binnenkaufkraft“ der DM mit anderen Währungen.

Damit war zwar auch der Wertverfall der D-Mark – um fast die Hälfte – groß, jedoch geringer (teilweise deutlich) als in wichtigen Referenzländern. In den rund 50 Jahren von ihrer Einführung 1948 bis zur Einführung des Euro Anfang 1999 sank die Kaufkraft der D-Mark auf etwa ein Viertel. Die Inflationsrate betrug in diesem Zeitraum durchschnittlich knapp drei Prozent pro Jahr; das ist höher als bisher beim – als „weich“ empfundenen – Euro. Der Wertverlust der D-Mark könnte auch auf die hohen Wachstumsraten zurückzuführen sein, die meistens eine höhere Inflation zur Folge haben. Im Zuge der Währungsunion mit der DDR wurde die D-Mark am 1. Juli 1990 auch in der DDR eingeführt. Dies war für die Bürger im Osten wohl eine der größten Umstellungen während der Wiedervereinigung, da die D-Mark in der DDR als Symbol für das Wirtschaftswunder und den Wohlstand in der Bundesrepublik galt. Der Umtauschkurs variierte je nach Alter: Bürger ab 60 Jahren durften bis zu 6000, bis 40 Jahren bis zu 4000 und Kinder bis 14 Jahren bis zu 2000 „Ost-Mark“, jeweils im Verhältnis 1:1 umtauschen. Auch Löhne, Gehälter, Stipendien, Renten, Mieten und Pachten sowie weitere wiederkehrende Zahlungen wurden zu diesem Kurs umgestellt. Über den angegebenen Obergrenzen liegende Guthaben, sowie Schulden wurden im Verhältnis 2:1 umgestellt.

Durch die Einführung des Euro am 1. Januar 1999 wurde die D-Mark als eigenständige Währungseinheit abgelöst. Sie war danach ein festgesetzter Bruchteil (1/1,95583) der neuen Währungseinheit Euro. Die DM-Münzen und -Geldscheine waren noch bis zum 31. Dezember 2001, 24:00 Uhr gesetzliches Zahlungsmittel. Seither können sie bei der Bundesbank und ihren Niederlassungen zeitlich unbegrenzt und gebührenfrei in Euro umgetauscht werden. Von großen Teilen des Handels und Banken wurde das alte Zahlungsmittel nach Einführung des Euro-Bargelds im Rahmen einer freiwilligen Selbstverpflichtung noch bis zum 28. Februar 2002 angenommen. Einzelne Geschäfte bieten auch Jahre nach der Euro-Einführung noch gelegentlich die Möglichkeit an, Waren mit DM zu bezahlen. Eine Besonderheit stellte die Kontoführung dar. Wurden die Kursnotierungen von Aktien und ähnlichen Wertpapieren bereits ab 2. Januar 1999 auf Euro umgestellt (Anleihen werden in „Prozent“ notiert und sind bei der Kursnotation daher nicht betroffen), so boten die meisten Geldinstitute ihren Kunden die Wahl an, das Konto entweder weiterhin in DM zu führen oder schon auf Euro umzustellen. Die Umstellung aller noch in DM geführten Konten erfolgte dann mit Wirkung zum 31. Dezember 2001. Allerdings hatten einige Geldinstute unter anderem wegen der bis dahin geringen Zahl von auf Euro umgestellten Konten und zur Vermeidung der Überlappung mit dem Jahresendgeschäft (Zinsberechnung) schon im Laufe des letzten Quartals 2001 die bei ihnen geführten Konten durchgängig auf Euro umgestellt. In einigen Bereichen gibt es die DM weiterhin – nicht nur in Form von Bargeld-Restbeständen. Sämtliche vor 1999 ausgegebenen Anleihen in DM wurden nicht umgestellt, sondern werden bei Kauf, Verkauf, Zinszahlung und Tilgung weiterhin in DM berechnet und erst danach mit dem amtlichen Umrechnungskurs in Euro umgerechnet. Auch bei Kapitalgesellschaften kann der Wert der Anteile noch heute auf DM lauten; jedoch haben die meisten Gesellschaften den Wert der Anteile auf Euro oder Stück umgestellt.

 

 

 

 

Erhaltungsgrad einer Münze

24. September 2009

Der Erhaltungsgrad einer Münze gibt an, wie stark eine Münze durch Umlauf (und sonstigen Umgang mit ihr) abgenutzt ist. Münzensammler bevorzugen Münzen mit hohem Erhaltungsgrad, d. h. geringen oder keinen Umlaufspuren. Deshalb hat der Erhaltungsgrad einen starken Einfluss auf den Sammlerwert einer Münze. Für den Erhaltungsgrad existiert eine Skala mit definierten Abstufungen, welche in Worten (unzirkuliert, sehr schön, gering erhalten, etc.) oder mit Abkürzungen (unz, ss, ge, etc.) angegeben werden. Oft werden Zwischenstufen verwendet (-ss = fast sehr schön, ss+ = etwas besser als sehr schön, ss-vz = sehr schön bis vorzüglich). Während es in Europa keine zentrale Organisation gibt, welche die Bewertungsskala festlegt, existieren in den USA zwei private Unternehmen, die Numismatic Guarantee Corporation (NGC) und der Professional Coin Grading Service (PCGS), welche die Bestimmung des Erhaltungsgrades als Dienstleistung anbieten und wegen ihrer Bedeutung einen normativen Charakter haben. Unabhängig davon, wie strikt die Bewertung definiert ist, enthält sie immer eine subjektive Komponente, da sie nicht gemessen werden kann, sondern „von Auge“ geschätzt werden muss. Die Bezeichnungen der geringeren Erhaltungsgrade („sehr gut“) sind euphemistisch geprägt, um den Handel mit entsprechenden Münzen nicht zu behindern.

Erhaltungsmerkmale außerhalb der Skala: Nicht nur die Abnutzung, sondern auch andere Arten der Beschädigung haben einen Einfluss auf den Sammlerwert einer Münze. Falls die Beschädigung typisch für die Erhaltung ist (z. B. kleinere Kratzer bei den tieferen Graden), kann sie als Teil des Erhaltungsgrades angesehen werden. Andernfalls muss sie gesondert angegeben werden (z. B. „vorzüglich mit kleinem Randschaden“ oder „mit Loch, sonst sehr schön“). In keinem Fall kann der Erhaltungsgrad durch Eingriffe (Reinigung oder Restaurierung) verbessert werden. Typische Restaurierungsmassnahmen sind das Stopfen eines Lochs oder das Entfernen einer Trageöse bei Münzen, die als Anhänger verwendet wurden. Die von einer Öse zurückgelassene Spur wird „Henkelspur“ genannt. Auf solche Bearbeitungen muss bei der korrekten Beschreibung der Münze hingewiesen werden. Manchmal werden Münzen aufpoliert oder durch Reinigung die Patina entfernt. Der Glanz, der dadurch entsteht, wird „Katzenglanz“ genannt. Er unterscheidet sich optisch deutlich vom Prägeglanz und wirkt sich stark wertmindernd aus.

Polierte Platte PP Proof (PR, PF) Eigentlich keine Erhaltung, sondern ein Herstellungsverfahren. Diese Münzen werden aus polierten Ronden mit speziell polierten Stempeln mehrfach geprägt. Die Fläche erscheint reflektierend, die Erhebungen (das Münzmotiv) hingegen matt.

Spiegelglanz sp, spgl. Proof like (PL) Ebenfalls eine Herstellungsqualität, etwas weniger aufwändig geprägt als Polierte Platte, jedoch mit einem ähnlichen Aussehen. Es werden bei der Prägung zwar polierte Stempel verwendet, aber keine polierten Ronden.

Stempelglanz st, stgl. Brillant uncirculated (BU) Eine Münze ohne mit bloßem Auge sichtbaren Fehler. In der Praxis gibt es fast keine Münzen, die diesen Erhaltungszustand tatsächlich aufweisen, auch wenn sie so - auch von den Ausgabestellen - vermarktet werden. Meist haben Münzen, die angeblich stempelglanz sind, nur die Qualität prägefrisch, wenn sie auch häufig von besserer Qualität sind als gewöhnliche prägefrische Münzen.

Unzirkuliert unz Uncirculated (Unc) Münzen aus meist vollautomatischer Produktion, die noch nie in Umlauf waren. Aufgrund des Produktionsprozesses können die Münzen eine Vielzahl von Fehlern aufweisen, meist kleine Kratzer (aber auch größere Kratzer und Dellen sind möglich), da die Münzen typischerweise während der Produktion geschüttet werden (die Münzen fallen aus dem Münzprägeautomaten in Container). Auch können flächige Teile der Münzoberflächen teilweise oder ganz matt sein, da die Stempel im Laufe der Zeit verschleißen.

Prägefrisch pfr Mint state (MS) Synonym für Stempelglanz oder unzirkuliert.

Fast unzirkuliert Almost uncirculated (AU) Eine Münze, die geringfügige Kratzer und/oder kleine Bereibungsspuren auf erhöhten Stellen aufweist, welche entweder durch sehr kurzen Umlauf oder durch unsachgemäße Behandlung durch Sammler entstanden sind.

Vorzüglich vz, vzgl Extremely fine (XF, EF) Solche Münzen waren nur kurz im Umlauf. Der Prägeglanz ist nur noch in vertieften Stellen vorhanden und bei älteren Münzen ganz verschwunden. Es sind kleine Kratzer und minimale Abnutzungsspuren auf erhöhten Stellen vorhanden, aber sämtliche Prägedetails sind noch klar sichtbar.

Vorzüglich aus polierter Platte vz aus PP, PP berührt Impaired proof Es handelt sich hier um Münzen, die in der Herstellungweise „polierte Platte“ gefertigt wurden, aber durch unsachgemässes Berühren Kratzer oder Fettspuren aufweisen. Dies ist bei vielen Sammlern ein sehr unbeliebter Zustand und die Münzen haben dadurch meistens einen sehr viel geringeren Wert. Er ist meistens geringer als die Erhaltungsgrade „Stempelglanz“ und „unzirkuliert“ oder häufig sogar nur noch gleich dem Nominalwert.

Sehr schön ss Very fine (VF) Bei diesen Münzen sind die Umlaufspuren deutlich erkennbar. Die feineren Details sind teilweise abgenutzt, doch sind die mittleren Details noch klar sichtbar.

Schön s Fine (F) Nach längerer Zirkulation ist hier ein Teil der Details verschwunden. Das Münzbild wirkt „stumpf“, doch sind alle Konturen und Inschriften noch vollständig erhalten.

Sehr gut, sehr gut erhalten sg, sge Very good (VG) Dieser Erhaltungsgrad wird im deutschen Sprachraum wenig verwendet, da die Erhaltungen unterhalb von „schön“ selten gesammelt und damit auch nicht sorgfältig unterschieden werden. Im internationalen (vor allem US-amerikanischen) Gebrauch bezieht sich dieser Grad auf Münzen, bei welchen trotz starker Abnutzung noch einige wenige Details sichtbar sind.

Gut, gut erhalten g, ge Good (G) Wie sehr gut, jedoch sind keine Details mehr sichtbar, bloß noch die Konturen.

Mäßig erhalten Fair (FR) Im deutschen Sprachraum unüblich; bezeichnet Münzen, deren Konturen nur noch teilweise sichtbar sind.

Gering erhalten ge Poor, Basal state (PO, BS) Im deutschen Sprachraum werden oft alle Münzen, die schlechter als „schön“ sind, so bezeichnet. Bei genauerer Abstufung gilt dieser Erhaltungsgrad für Münzen, welche praktisch ihr ganzes Münzbild verloren haben und kaum mehr identifiziert werden können.

Sammeln Sie Münzen…?

24. September 2009

Das Sammeln von Münzen wird sowohl als Hobby wie auch aus wissenschaftlichem Interesse betrieben. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit Münzen heißt Numismatik. Gesammelt werden sowohl Kursmünzen einer Währung als auch spezielle Sammlermünzen. Münzensammler spezialisieren sich üblicherweise auf ein bestimmtes Themengebiet. Das kann sein: ein Staat, eine geographische Region oder eine historische Epoche sein, aber auch: ein Thema wie FAO-Münzen, Münzen mit Tieren, Münzen zu den Olympischen Spielen oder bimetallische Münzen. Man unterscheidet beim Sammelgebiet Kursmünzen zwischen Typensammlungen, in welchen Münzen von gleichem Motiv, Nennwert und Metall nur einmal vorkommen, und Jahrgangssammlungen, in welchen auf Komplettheit aller Jahrgänge pro Typ geachtet wird. Des Weiteren kann nach Münzzeichen gesammelt werden oder geringfügige Varianten oder Fehlprägungen einer Münze können zusammengestellt werden. Ein sehr populäres Sammelgebiet ist der Euro. Durch die Einführung der europäischen Einheitswährung hat das Münzensammeln zahlreiche neue Anhänger gefunden. Die verschiedenen Rückseiten der Euromünzen haben zwischen einer halben und einer Million neue Sammler dazu bewegt, in dieses Hobby einzusteigen.

Andere Sammler bevorzugen neben den Kursmünzen Gedenkmünzen, die zu den verschiedensten Anlässen verausgabt werden. Münzensammler interessieren sich oft auch für verwandte Sammelobjekte wie Medaillen, Jetons und Banknoten. Zur Wertbestimmung einer Münze werden meist folgende Punkte beachtet: Prägezahl, Seltenheit, Nachfrage, Metall, Alter der Münze, besondere geschichtliche Umstände, Erhaltungsgrad. Das Metall hat bei der Wertbestimmung eine nebensächliche Rolle, da meist schon der Nennwert der Münze den Preisen des Metalls entspricht. Eine wichtigere Rolle spielt die Nachfrage und die Auflage der Münze (Wird überhaupt die Münze oft gekauft? Ist ihre Auflage zu hoch?). Das Alter bzw. die besonderen geschichtlichen Umstände spielen meist nur bei Münzen aus dem Altertum eine Rolle. Wichtig ist bei der Bestimmung des Wertes einer Münze die Erhaltung, für welche es definierte Einstufungen gibt, siehe Erhaltungsgrade von Münzen.

US Mint - Münzausgabestelle in den USA

23. September 2009

Die United States Mint ist eine Bundesbehörde der Vereinigten Staaten, die vor allem für die Prägung des US-Dollars zuständig ist. Ihr Dienstsitz ist in Washington D.C. Die Münze hat Niederlassungen in Philadelphia (Pennsylvania), Denver (Colorado), San Francisco (Kalifornien) und West Point (New York). Der Behördenleiter trägt die Bezeichnung Director of the United States Mint, seit 5. September 2006 ist dies Edmund C. Moy. Die Prägeanstalt wurde vom Kongress mit der Coinage Act of 1792 geschaffen und dem Außenministerium untergeordnet. Sie wurde im Jahr 1799 zu einer unabhängigen Behörde und 1873 durch die Coinage Act of 1873 Teil der Finanzministeriums (Department of the Treasury). Neben der Prägung regulärer Umlaufmünzen wird auch eine große Palette für Sammler und Anleger angeboten. Beispiele hierfür sind Gedenkmünzen, Medaillen und der Eagle in Gold, Silber und Platin. Zum Schutz der Produktionsstätten und der Rohstoffe und Produkte ist eine eigene Bundespolizei zuständig: Die United States Mint Police, sie ist die älteste Polizeibehörde des Bundes. Ab 1909 wurden alle Münzen mit einer Prägemarke versehehen. Die erste Niederlassung war die Philadelphia Mint im Jahr 1792, die zweite Charlotte, North Carolina (1838–1861, Prägemarke C), Dahlonega, Georgia (1838–1861, Prägemarke D) und New Orleans, Louisiana (1838–1909, Prägemarke O). Nach dem Sezessionskrieg wurden die Niederlassungen in North Carolina und Georgia geschlossen, auch die Niederlassung in New Orleans wurde zunächst geschlossen (1861), im Jahr 1879 jedoch wieder eröffnet.

Im Jahr 1870 wurde die Niederlassung Carson City, Nevada (Prägemarke CC) eröffnet, die jedoch 1893 geschlossen wurde. 1920 wurde die erste ausländische Prägeanstalt in der philippinischen Stadt Manila eröffnet (Prägemarke M). Hier wurden von 1920 bis 1922 sowie von 1925 bis 1941 Münzen für die amerikanische Kolonie hergestellt. Die Münze hat fünf Niederlassungen, davon vier Produktionsstätten. Die älteste Prägestätte ist in Philadelphia, dessen Münzen bis 1980 außer auf den Susan B. Anthony-Münzen und den Jefferson-Nickel keine Prägemarken hatten, anschließend wurde P (außer cent-Nominale) geprägt. In Philadelphia befindet sich auch die zentrale Gravier- und die Grafikanstalt. Die Niederlassung in Denver wurde 1863 gegründet (Prägemarke D). Die Niederlassung San Francisco (Prägemarke S) wurde im Jahr 1854 gegründet. Die Niederlassung in West Point, New York (West Point Mint) besteht seit 31. März 1988 und ist somit die jüngste der Niederlassungen; ihre Münzen tragen die Prägemarke W. Hier werden heute vor allem Gedenkmünzen geprägt. Sie ist landesweit die einzige Produktionsstätte für Gold-, Silber- und Platinmünzen sowie für die Eagle-Münzen. Die West Point Mint hieß zuvor West Point Mint Facility, letztgenannte prägte von 1973 bis 1986 Pennies. Die West Point Mint Facility ist wiederum 1937 aus dem West Point Bullion Depository hervorgegangen. Das U.S. Bullion Depository in Fort Knox, Kentucky, ist eine weitere Niederlassung der Münze, verfügt jedoch nicht über eine Produktionsstätte. Dies ist das Haupt-Goldbarrenlager

Numismatik - Münzen & deren Bedeutung

23. September 2009

Die Numismatik auch Münzkunde genannt, ist die wissenschaftliche Beschäftigung mit Geld und seiner Geschichte. Oft wird das Sammeln von Münzen als Hobby ebenfalls Numismatik genannt. Wichtigstes Objekt der Numismatik ist die Münze. Aber auch andere Geldformen wie Papiergeld, vormünzliche Zahlungsmittel und münzverwandte Objekte wie Medaillen, Jetons oder religiöse Medaillen bis hin zu tesse­rae (Marken, beispielsweise Färbermarken) werden von der Numismatik untersucht. Bei den münzverwandten Objekten spricht man auch von Paranumismatik oder Exonumia. Bei Epochen, aus denen wenige schriftliche Quellen überliefert sind, haben Münzen einen hohen Wert als Primärquellen zur Chronologie sowie zur Wirtschafts- und Kulturgeschichte. Dies gilt besonders für das griechische und römische Altertum und für Gebiete außerhalb der antiken Mittelmeerkulturen (etwa die Reiche der Parther und Skythen), aber auch für das Früh- und Hochmittelalter. Für diese Perioden sind vor allem Münzfunde, also Münzen, die bei Ausgrabungen zusammen mit anderen Objekten gefunden werden oder als Schatzfunde zufällig entdeckt werden, nicht nur wichtige Datierungshilfen für die zeitliche Einordnung archäologischer Befunde, sondern eine erstrangige historische Quelle. Hier hat sich eine eigentliche Fundmünzennumismatik herausgebildet, die heute den dynamischsten und methodisch innovativsten Teil des Fachs bildet, denn bis heute vermehrt sich das Quellenmaterial der Münzfunde ständig. In jüngerer Zeit gewinnen auch die einzeln gefundenen Münzen (Einzelfunde, Verlustfunde) an Beachtung und werden bei Fundinventaren ebenfalls erfasst. Seit dem Mittelalter ist die Numismatik mit der zunehmenden Dichte an schriftlichen Quellen besonders verzahnt mit der Geldgeschichte, für die es sowohl historische als auch volkswirtschaftliche Erscheinungsformen gibt. Einen gewissen Endpunkt für die Numismatik setzt die neueste Zeit mit der stark zurückgehenden Bedeutung des Münzgeldes. Einerseits eine hochspezialisierte historische und archäologische Teildisziplin, hat die Numismatik andererseits zahlreiche Verbindungen zu Nachbarfächern wie der Wirtschafts- und Sozialgeschichte, der Kunstgeschichte oder der Namenkunde. Speziell im Rahmen des Faches Alte Geschichte ist Numismatik traditionell eine der wichtigsten Hilfswissenschaften.

Die Methoden der Numismatik im engeren Sinn sind vorwiegend an das Objekt, die Münze, gebunden; andere methodische Ansätze gehen von geldgeschichtlichen Fragestellungen aus. Münzen sind gleichförmige Massenprodukte, die in großer Zahl überliefert sind. Darin ähneln sie etwa der archäologischen Fundgruppe der Keramik. Dennoch ist jede Münze, bedingt durch die Produktionsweise, ein Individuum mit speziellen Merkmalen (Prägefehler, Materialfehler und Unregelmäßigkeiten), die für eine Auswertung verwendet werden können. Die wichtigste numismatische Methode, die der Rekonstruktion der ursprünglichen Abf olge der Münzprägung dient, ist die Stempelanalyse. Sie gründet auf der Beobachtung, dass jede (zweiseitige) Münze aus einem Vorder- und einem Rückseitenstempel hergestellt ist. Die beiden Stempel, bei der Hammerprägung als Ober- und Unterstempel verwendet, nutzen sich ungleichmäßig ab. Der Oberstempel muss meist früher ersetzt werden als der Unterstempel. Das führt zu unterschiedlichen sog. „Stempelkombinationen“; die verschiedenen Kombinationen bilden aneinandergereiht die Stempelkette und diese wiederum entspricht der Reihenfolge bei der Produktion der einzelnen Münzen. Die Stempelanalyse wurde erstmals im 19. Jahrhundert verwendet und von Friedrich Imhoof-Blumer in die griechische Numismatik eingeführt. Heute wird die Stempelanalyse auch benutzt, um Zuschreibungen anonymer Münzen abzusichern sowie die quantitative Bedeutungen von Münzemissionen zu beurteilen. Daneben sind Typologie und Stilanalyse wichtige Methoden, um Chronologie und Zusammengehörigkeit von Münztypen zu erschließen. Die Grenzen all dieser Methoden liegen in der Tatsache, dass nur eine verschwindend geringe Zahl der ursprünglich geprägten Münzen überhaupt überliefert sind; Schätzungen aufgrund von Münzfunden lassen vermuten, dass wir heute nur mehr etwa 1 Promille der ursprünglich geprägten Münzen zur Verfügung haben. Als Objekte der Geldwirtschaft kommt bei den der Edelmetalle Münzen deren Gewicht eine wesentliche Bedeutung zu. Die Metrologie widmet sich durch Erfassung möglichst vieler Einzelgewichte der Frage, welche Gewichtsnorm jeweils angestrebt wurde. Von großem Interesse sind heute auch naturwissenschaftliche Untersuchungen wie Metallanalysen, die Aufschlüsse zur Herkunft des Münzmetalls geben, aber auch zu Fragen der Münzpolitik Auskunft geben können (etwa Veränderungen des Feingehalts im Rahmen von Abwertungen). Die Fundmünzennumismatik beschäftigt sich weniger mit der einzelnen Münze als vielmehr mit Münzgruppen in Form der verschiedenen Kategorien von Münzfunden. Sie untersucht die Verteilung und geographische Verbreitung von Münztypen im Hinblick auf Fragen des Geldumlaufs und der Wirtschafts-, Verkehrs- und Handelsgeschichte.

Forschung und Lehre: Die Numismatik ist aufgrund eines Verdrängungsprozesses seit dem 19. Jahrhundert eine typische Museumswissenschaft geworden, weil sinnvolle Arbeit meist nur nahe am Quellenmaterial, den Münzen, möglich ist (nach Bernd Kluge). Die großen öffentlichen Münzsammlungen waren daher stets auch Zentren der Forschung und sind Initiatoren großer Katalog- und Überblickswerke. Zu den weltweit bedeutendsten Münzsammlungen gehören, neben London, Paris, St. Petersburg und New York, auch das Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin (Preußischer Kulturbesitz) und das Münzkabinett des Kunsthistorischen Museums in Wien. In der Schweiz gibt es keine vergleichbar große Sammlung, dafür eine große Dichte von mittleren und kleineren Münzkabinetten. Daneben liefern auch gelehrte Sammler, die oft zu den besten Kennern ihrer jeweiligen Spezialgebiete gehören, wichtige Beiträge zur Forschung, meist in Form von Detailstudien oder Münzkatalogen. Die moderne interdisziplinär arbeitende Numismatik stützt sich aber nicht nur auf Münzen, sondern auf eine Quellenvielfalt, zu der auch schriftliche Quellen und Münzfunde gehören. Sie wird in Deutschland nicht nur an Museen, sondern auch an Universitäten und außeruniversitären Wissenschaftseinrichtungen intensiv betrieben. Vor dem Hintergrund des besonders für Deutschland charakteristischen fruchtbaren Pluralismus großer und sehr effektiv arbeitender kleiner Institute ist die Numismatische Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland koordinierend auf dem Feld der Wissenschaftsorganisation und mit eigenen Langzeitprojekten tätig. Im traditionellen Fächerkanon der universitären Bildung wird die Numismatik als Teil der Historischen Hilfswissenschaften angesehen und entsprechend an den Universitäten im Rahmen der Geschichte und der klassischen Altertumswissenschaften betrieben. Die Numismatik ist dort bis heute eher randständig geblieben; im deutschsprachigen Raum gibt es für Numismatik nur einen einzigen Lehrstuhl (in Wien); Im Zuge der Einführung der europäischen Studienarchitektur wird seit 2008 das weltweit einzigartige Hauptfach Numismatik an der Universität Wien nur noch als Nebenfach angeboten. An vielen Orten ist es heute möglich, Numismatik zu studieren. An verschiedenen Universitäten, in Deutschland etwa in Berlin, Dresden, Göttingen, Marburg, München, Münster und Tübingen, gibt es regelmäßige Lehrangebote und z. B. in München auch die Möglichkeit einen numismatischen Schwerpunkt im Magisterabschluss oder der Promotion zu legen. In Köln kann Numismatik der Antike im Rahmen eines Magisterstudienganges als Nebenfach belegt werden. An der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt a.M. gehörte die Antike Numismatik zum Lehrstuhl für Geschichte und Kultur der Römischen Provinzen und Hilfswissenschaften der Altertumskunde. Für die Schweiz sind hier die Universitäten Basel und Zürich, in Österreich die Universitäten Wien und Salzburg zu nennen.

Geschichte: Wenn man den Beschreibungen des römischen Geschichtsschreibers Sueton (70-140 n. Chr.) glauben darf, war Kaiser Augustus einer der ersten, die bereits vor mehr als 2000 Jahren „alte königliche und ausländische Münzen“ sammelte. Es gibt auch Hinweise auf andere Sammlungen und Sammler in römischer Zeit; anders als bei Kunstwerken stand aber beim Münzsammeln der ästhetische Genuss wohl noch nicht im Vordergrund. Die ersten Versuche, sich wissenschaftlich mit Münzen zu beschäftigen, datieren zurück in das 14. und 15. Jahrhundert. Aus dieser Zeit kennt man etwa den Dichter Petrarca und den Bischof Stefan Mathias von Neidenburg, von denen jeder eine umfangreiche Sammlung historischer Münzen oder, wie es damals hieß, „Münzen aller Länder“ besaß. In Deutschland gehörten die aufstrebenden Landesfürsten zu den ersten bedeutenden Münzsammlern. So gehen große Münzkabinette wie die Staatliche Münzsammlung in München, das Münzkabinett der Kunstsammlungen in Dresden, das Münzkabinett des Württembergischen Landesmuseums und das Berliner Münzkabinett in ihrem Kern auf solche Fürstensammlungen zurück. In der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts entstanden auch zunehmend regionale Münzkabinette, die von den neu entstehenden Geschichtsvereinen getragen wurden, und ebenfalls Bedeutung für die Forschung erlangten. In Österreich war eine Münzsammlung schon im 16. Jahrhundert Teil der Kunstkammer der Habsburger-Kaiser; besonders Rudolf II. erwarb eine große Zahl von Münzen. In der Schweiz stehen die Bürgerbibliotheken des 16. Jahrhunderts am Beginn der späteren Münzkabinette. Nur in Basel sind diese Anfänge mit einer bestimmten Person, dem Humanisten und Sammler Basilius Amerbach, verknüpft.

Münzen: Beschaffenheit & Merkmale

23. September 2009

Merkmale von Münzen: Münzen sind vom Staat genehmigte und hergestellte Zahlungsmittel. Moderne Münzen tragen üblicherweise drei Aufschriften: das Land (bzw. Staatengemeinschaft), der Wert (aus Nominal und Währungseinheit) und das Jahr. Doch es gibt auch Ausnahmen: Das Jahr fehlt bei einigen älteren, exotischen, kleinen Einheiten (z. B. bei allen Cash-Münzen aus Travancore, geprägt bis 1949[1]). Die Schweizer Rappen (Untereinheit des Schweizer Franken) tragen nur das Nominal, ohne Angabe der Währungseinheit. Noch drastischer ist es bei den britischen Crowns der Prägejahre 1965-1971. Diese tragen weder ein Nominal noch die Angabe der Währungseinheit. In allen britischen Münzen mit Elizabeth II. ist das Land gar nicht, bei ihren Amtsvorgänger(inne)n nur als Teil des Titels des Monarchen angegeben. Auch bei Euromünzen gibt es teilweise keine Landesangabe. Die Vorderseite (das Avers) der Münze ist dort, wo in der Regel der Kopf des Herrschers, bzw. das Wappen der Republik zu sehen ist, die Rückseite (der Revers) hingegen dort, wo die Wertangabe ist. Dazwischen befindet sich der Münzrand, der geriffelt oder beschriftet sein kann und gewöhnlich ein wenig über die Münzfläche übersteht („Randstab“). Die Umschrift auf dem Rand einer Münze wird in der Numismatik als Legende bezeichnet.

Abgrenzung zu Medaillen: Während die Ausgabe von Münzen ein Vorrecht des Staates ist, dürfen Medaillen auch von privater Seite hergestellt werden. Gepräge, welche nicht als gesetzliches Zahlungsmittel vorgesehen sind, werden stets den Medaillen zugerechnet. Ein Zwischending stellen die sogenannten Pseudomünzen dar, welche de jure Zahlungsmittel sind, aber von Privatfirmen für den internationalen Sammlermarkt geprägt werden und de facto keine Geldfunktion haben. Umgekehrt existieren auch münzähnliche Gepräge wie Notmünzen und Jetons, welche tatsächlich als Zahlungsmittel verwendet werden, aber nicht von den dazu berechtigten staatlichen Stellen herausgegeben wurden.

Lochung von Münzen: Für eine Lochung einer Münze kann es sehr unterschiedliche Gründe geben. Oftmals wurden Lochungen nachträglich angebracht, um die Münze an einer Kette als Schmuck oder als Amulett tragen zu können. Eine nachträgliche Lochung kann auch vorkommen, wenn bestimmte Metalle, besonders Edelmetalle, aus der Münze zur Bereicherung entnommen wurden wie z. B. bei Kurantmünzen oder Münzen, deren Kurswert den Wert des Metalles unterschreitet. Durch die Lochung wird die Münze in Sammlerkreisen stark entwertet, oft sogar wertlos. Eine andere Anwendung des Lochens bestand darin, Falschgeld dauerhaft zu entwerten. In einigen Ländern wie z. B. Norwegen, Dänemark oder China wurden verschiedene Kleinmünzen in der Mitte ausgestanzt, um sie von höherwertigen Münzen schneller und besser unterscheiden zu können. In zwei anderen Fällen - Australien und Karibische Inseln - wurden aus Silbermünzen die Kerne ausgestanzt und dann als eigene Münzen in Umlauf gebracht. Recht: In den Mitgliedsländern der Europäischen Währungsunion muss gemäß der EG-Verordnung Nr. 974/98 des Rates vom 3. Mai 1998 niemand mehr als fünfzig Münzen in einer Zahlung annehmen (mit Ausnahme der ausgebenden Behörde und den in § 3 Münzgesetz genannten Personen); siehe hierzu auch den Artikel gesetzliches Zahlungsmittel. Trivia: Die Haut nimmt nach Kontakt mit kupfer- oder eisenhaltigen Münzen einen eigenartig muffigen Geruch an, den Menschen üblicherweise mit „metallisch“ assoziieren. Die Ursache für den charakteristischen Geruch konnte erst im Jahr 2006 geklärt werden. Die Metalle bewirken eine rasch ablaufende chemische Reduktion der Lipid-basierten Komponenten auf der Oberfläche der Haut, wobei in Folge Ketone und Aldehyde entstehen. Letztere wiederum sind für den typischen „Metallgeruch“ verantwortlich. Münzen sammeln: Münzen werden ähnlich wie Briefmarken, Bierdeckel, Kunstgegenstände oder ähnliche Objekte auch gesammelt. Sie können so neben ihrem Kurswert auch einen Sammlerwert erlangen. Dieser hängt vom Angebot (Auflage der Münze) und Nachfrage ab. Die Nachfrage wird vom Interesse der Sammler, aber auch von Kursschwankungen, Modewellen, aktuellen politischen Ereignissen und ähnlichen Effekten mitbestimmt. Besonders wertvoll sind daher extrem seltene und trotzdem stark nachgefragte Exemplare, so z. B. sehr alte und trotzdem sehr gut erhaltene Münzen. Die zur Zeit vom Sammlerwert her teuerste moderne Münze der Welt ist der St. Gaudens Double Eagle von 1933 (US-Goldmünze).

Münzmetalle: Ursprünglich wurden für die Herstellung von Münzen fast ausschließlich Gold, Silber und Kupfer bzw. Bronze oder Messing verwendet. Schon ab etwa 1860 kamen vermehrt andere Metalle wie Eisen, Nickel, Zink, Aluminium oder Chromstahl zur Anwendung. Fast immer werden die reinen Metalle, insbesondere Gold, Silber, Aluminium, aus Gründen der Abriebfestigkeit mit anderen Metallen legiert. Siehe auch die Legierung zwischen Gold und Silber (Elektron). Dabei ist besonders Kupfer wegen seiner antibakteriellen Wirkung ein wichtiger Bestandteil heutiger und früherer Münzlegierungen; die gängigste Münzlegierung ist heute noch Kupfernickel, früher auch Neusilber genannt. Aber auch Bronze- und Messinglegierungen sind nicht selten. Nicht bewährt haben sich reine Metalle, wie Zinn, Zink und zusätzlich aus gesundheitlicher Sicht auch Blei, die häufig nur als Notgeld Verwendung fanden. Der relative Anteil des Edelmetalls wurde durch den sogenannten Münzfuß festgelegt - die metallurgische Zusammensetzungen durch chemisch-analytische Nachweisreaktionen bestimmt. Seit einigen Jahrzehnten kommen auch plattierte Münzen vor, z.B. Kupfernickel als Überzug auf Nickelkern (sog. “Automaten-Münzen” mit definiert magnetischem Kern) oder die letzten 1- und 2-Pfennigmünzen, die aus kupferplattiertem Stahl bestanden. Auch die Ronden-Kombination von “Ring” und “Pille” aus verschiedenfarbigen Legierungen sind jetzt üblich, z.B. bei den 1- und 2-Euro-Münzen. Münzen, deren Kurswert durch den inneren Wert (Metallwert) bestimmt ist, werden Kurantmünzen genannt. Dies traf früher (meist vor 1915) auf die meisten Edelmetallmünzen zu deren Edelmetallanteil größer als 50% war. Als Scheidemünzen bezeichnet man Münzen, deren Prägewert nicht dem Metallwert entspricht. Diese waren häufig früher aus einer Billon-Legierung oder nur aus Kupfer. Der Materialwert aller heutigen Umlaufmünzen liegt immer unter dem Nominalwert. Sie sind somit Scheidemünzen. Dies trifft auf alle heutigen Umlauf- und Gedenkmünzen, da deren Wert nur durch staatliche Garantien gedeckt ist, womit es sich um sogenanntes Kreditgeld handelt. Siehe als Gegensatz dazu auch Anlagemünzen.

 

Münzen durch die Epochen hinweg

23. September 2009

Eine Münzen ist ein meist ein rundes, aus Metall geprägtes (seltener auch gegossenes) Zahlungsmittel, das im allgemeinen als Geld benutzt wird. Münzen hatten, weil sie aus Edelmetallen geprägt waren, gegenüber den Waren eine höhere Wertbeständigkeit. Der Grund liegt darin, dass der Wert des Edelmetalls nur durch die Knappheit sowie durch Angebot und Nachfrage beeinflusst war, nicht jedoch wie bei Waren durch einen in der Ware selbst liegenden Wertverfall. Die ersten Funde von vermutlichem Metallgeld stammen aus dem Mittelmeerraum und datieren um die Zeit 2000 v. Chr. Es handelt sich dabei um Haustierminiaturen aus Bronze.

Lydien: Die ersten Münzen wurden im Reich der Lyder zwischen 650 und 600 v. Chr. als Zahlungsmittel herausgegeben (siehe auch: Krösus). Dabei handelte es sich um unförmige Brocken aus Elektron (eine natürlich vorkommende Gold-Silber-Legierung), zuerst bildlos. Bildliche Darstellungen auf Münzen kamen um 600 v. Chr. auf. Danach folgten Goldmünzen in verschiedenen Größen und Werten. Griechenland: Die ersten Silbermünzen wurden um 550 v. Chr. in Kleinasien und auf der griechischen Insel Ägina geprägt. Bis etwa 400 v. Chr. setzte sich die Münze in ganz Griechenland gegenüber dem Tauschhandel durch. Allerdings gab es kein einheitliches Münzsystem, sondern mehrere Regionen, in denen jeweils eine Münzfamilie dominierte. Langsam baute aber der 17 Gramm schwere attische Tetradrachmon mit seinen Scheidemünzen (Obolos) und größeren Einheiten eine dominierende Stellung auf. Die Darstellung von Herrschern auf Münzen setzte sich im griechischen Raum und in den Diadochenreichen erst nach Alexander dem Großen durch. Silber blieb der bestimmende Rohstoff, nur für kleinere Scheidemünzen kam langsam Kupfer in Gebrauch. China: Im antiken China war Kaurigeld das erste bekannte Zahlungsmittel. Während der Shang-Dynastie kam der Gebrauch von einfachen Bronzestücken auf und unter der späten Zhou-Dynastie lässt sich (um 500 v. Chr.) erstmals die Verwendung von Messer- und Spatenförmigen Münzen nachweisen. Der Erste Kaiser Qin Shi Huangdi vereinheitlichte im Zuge der Reichseinigung 221 v. Chr. das Geld zu Gunsten einer gemeinsamen Kupferwährung aus runden Lochmünzen, einer Form, die dann zweitausend Jahre lang beibehalten wurde. Römische Münzen: Die ersten Münzen der römischen Republik stammen aus dem 3. Jahrhundert vor Christus und wurden aus Kupfer oder Bronze geschlagen, die großen, ein Pfund schweren Kupferstücke (Aes grave) gegossen. Anfänglich wurde mit Bronzebarren bezahlt, auf denen Motive wie Stiere, Schilde oder Waffen waren. Die ersten Silbermünzen waren nach griechischem Vorbild geprägt und hießen auch so wie ihre Vorläufer. Nachdem die Bronzebarren ihre Gültigkeit verloren hatten, trugen alle frühen römischen Münzen, die dieser Währungseinheit folgten, als Motiv auf der Rückseite einen Schiffsrumpf, was an die Eroberung der Flotte von Antium erinnern sollte, und auf der Vorderseite verschiedene Götterbilder. Die erste römische Silbermünze wurde gegen 269 v. Chr. geschlagen. Die Silberprägung im großen Stil setzte in Rom aber um 210 v. Chr. mit dem Denar ein. Julius Caesar war der erste Lebende, der auf einer römischen Münze abgebildet wurde (44 v. Chr.).

In der Kaiserzeit wurden Münzen aus Gold (Aureus), Silber (Denar), Messing (Sesterz und Dupondius) sowie Kupfer (As) geschlagen. In der Zeit der Soldatenkaiser setzte sich langsam der silberne Antoninian gegen den Denar durch. Unter Kaiser Diokletian wurden neue Münznominale eingefügt, wie beispielsweise der Argenteus, und die Münzen Nummus und Follis. Insgesamt verfiel das römische Münzwesen unter den Kaisern zusehends. Ab Anfang des 4. Jahrhunderts setzte sich das juwelenbesetze Diadem gegen den ursprünglichen Lorbeerkranz auf den Vorderseiten der Münzen durch. Die Gesichter der Kaiser wurden immer schlechter dargestellt, was zeigt, dass das Diadem den Kaisern auf ihren Münzen wichtiger war als eine ordentliche Darstellung. Im Weströmischen Reich schließlich tauchten auf den Münzen immer mehr Rechtschreibfehler auf, da die meisten der Münzpräger nur noch schlecht Latein sprechen und schreiben konnten. Die oströmischen Münzen lösten sich schnell von den reichsrömischen Vorbildern und entwickelten eine eigene Formensprache. Die germanischen Staaten der Völkerwanderungszeit prägten teilweise Münzen, die sich entweder am west- oder am oströmischen Vorbild orientierten.

Das Mittelalter: Von Spätantike bis Frühmittelalter ging der Umlauf von Münzen in Europa stark zurück. Der Tauschhandel nahm zu, und größere Geldgeschäfte wurden oft mit ungemünztem Metall beglichen. Die Standardwährung bildeten der byzantinische Solidus und die Siliqua mit den verschiedenen Unterteilungen. Die germanischen Herrscher, die neue Reiche auf dem Boden des Weströmischen Reiches errichteten, erkannten meist die Prägehoheit der byzantinischen Herrscher an und imitierten deren Prägungen. Nur vereinzelt setzten sie ihren eigenen Namen, ihr Monogramm oder gar ihr Bildnis auf die Münzen. Karl der Große führte vor 800 eine Münzreform durch, die von der Gold- und Silberwährung hin zur einheitlichen Silberwährung führte. Es wurde der Denar oder Pfennig als die nahezu ausschließlich geprägte Münze neu eingeführt. Das ursprünglich königliche Münzrecht weitete sich allerdings im Heiligen Römischen Reich zunehmend auf weitere weltliche und geistliche Würdenträger aus, was eine Vielzahl an unterschiedlichen Versionen des Pfennigs und eine allgemeine Verringerung des Silbergehalts der Münzen zur Folge hatte. Von der Mitte des 12. Jahrhunderts bis ins 14. Jahrhundert waren die Brakteaten fast im gesamten deutschsprachigen Raum (mit Ausnahme des Rheinlands und des Alpenraumes) die vorherrschende Münzsorte. Diese dünnen, einseitig geprägten silbernen Pfennigmünzen setzten gewissermaßen den Prozess des Gewichtsverlustes der alten Pfennige fort. Brakteaten wurden von Zeit zu Zeit „verrufen“, das heißt für ungültig erklärt und von ihren Besitzern zurückgefordert, um sie gegen eine geringere Menge neuer Münzen umzutauschen. Der Abschlag konnte bis zu 25 % betragen. Dies war eine damals übliche Form der Steuererhebung.  Goldmünzen wurden im Hochmittelalter nur selten geschlagen. Erst im 13. Jahrhundert setzten verstärkte Goldprägungen ein. Diese Entwicklung ging von den italienischen Handelsstädten aus. In Frankreich und England waren Goldmünzen weiter verbreitet und die einzelnen Stücke deutlich größer als im Reich. Als weitere Entwicklung des 13. Jahrhunderts kam in Deutschland der Groschen als größere Silbermünze auf. Die Münzbilder des Groschens zeigten erstmals verstärkt auch Fürsten des jeweiligen Territoriums. Im deutschen Münzrecht war das Jahr 1356 ein entscheidendes Datum, als der Kaiser mit einer „Goldenen Bulle“ das Münzrecht der Kurfürsten ausdrücklich anerkannte. Zuvor war bereits der reichsfreien Stadt Lübeck 1340 erstmals das Prägen von Goldgulden zugestanden worden. Von diesem Zeitpunkt bis 1871 war die Münzgeschichte in Deutschland von großer Vielfalt geprägt, da viele Staaten ihr eigenes Geld ausgaben.

Neuzeit: In der Münzkunde beginnt die Neuzeit mit dem Entstehen des Talers. Erstmals wurde 1486 unter Erzherzog Sigismund (Tirol) eine große Silbermünze geschlagen, der Uncialis oder Guldiner. Diese Münze war das Vorbild für den im böhmischen Joachimsthal geprägten Taler, der sich in den folgenden Jahrhunderten über die ganze Welt verbreitete. Der Taler stellt den ersten Fall einer kompletten Ablösung von allen Vorbildern vorangegangener Münzarten dar. Da sich seine Herstellung schnell über zahlreiche Territorien verbreitete, gaben die jeweiligen Landesherren „ihren“ Talern eine individuelle Gestaltung, die im Verlauf des technischen und künstlerischen Fortschritts eine hohe Qualität erreichte. Gelegentlich wurden auch Mehrfachtaler geschlagen. Ab dem 17. Jahrhundert kamen als neues Motiv Städteansichten auf. Die Vielzahl von Kleinmünzen unterhalb des Talers verlor zunehmend an Metallqualität. Diese Entwicklung erreichte in der Kipper- und Wipperzeit während des Dreißigjährigen Krieges ihren Höhepunkt. Außerdem wurden im 17. Jahrhundert erstmals seit der Spätantike wieder Kupfermünzen geprägt. Für den Umsatz größerer Geldmengen setzten sich die goldenen Dukaten durch. Arabische Bezeichnungen für europäische Münzen, die durch den Levantehandel in arabischen Staaten verbreitet waren, sind schmückende Beinamen, die dabei meist das Münzbild betreffen. So wurde der Maria-Theresien-Taler Abu Kush (Vater des Vogels) oder Abu Noukte (Vater der Perlen) genannt, da ein Adler bzw. Perlen auf dem Diadem der Kaiserin zu sehen waren. Der niederländische Löwentaler wurde Abu Kelb (Vater des Hundes) genannt, das spanische Acht-Reales-Stück mit vierfeldigem Wappenschild Abu Taka (Vater des Fensters). Insgesamt zeigte sich in der Münzgeschichte bis in die Neuzeit immer wieder der ähnlich ablaufende Prozess des Wertverlustes: Während Geld in Form von Münzen anfänglich aus wertvollem Material bestand (Gold, Silber) und ihr Tauschwert dem Wert dieses Materials entsprach (vollwertige Münzen, siehe Kurantmünze), wurden später Münzen hergestellt, deren Materialwert unter ihrem Tauschwert lag, indem man die Münzen kleiner und leichter machte oder sie aus einer Legierung aus wertvollem und geringerwertigem Material herstellte (unterwertige Münzen).

Euromünzen & Entstehung & Neuzugänge

23. September 2009

Die Euromünzen sind die in derzeit 16 Ländern der Europäischen Union sowie den Nicht-EU-Staaten Monaco, San Marino und Vatikanstadt in Umlauf gebrachten Münzen der gemeinsamen europäischen Währung Euro. Euromünzen wurden ab dem 1. Januar 2002 eingeführt. Das Prägejahr der Münzen kann aber bis 1999 zurückgehen, also dem Jahr, in dem die Währung offiziell als Buchgeld eingeführt wurde. Ein Euro wird unterteilt in 100 Cent; es gibt acht Nennwerte für Münzen. Alle Euro-Staaten haben eine gemeinsame Vorderseite ihrer Münzen, die den Wert der Münze zeigt. Sie wurde vom belgischen Designer Luc Luycx entworfen. Auf der 1-, 2-, und 5-Cent-Münze ist Europa in Relation zur Welt dargestellt. Auf den 10-, 20- und 50-Cent-Münzen waren die einzelnen EU-Staaten (man beachte, dass die EU-Mitglieder, die nicht am Euro teilnehmen, ebenfalls dargestellt waren, wie z. B. Großbritannien) zu sehen. Schließlich zeigten die 1- und 2-Euro-Münzen ein zusammenhängendes Europa der 15 alten EU-Länder. Alle Münzen zeigen auch noch 12 Sterne als Symbol Europas; dies hat nichts mit „12 Staaten“ zu tun, wie fälschlicherweise oft vermutet wird (siehe auch: Symbolik der Europaflagge).

Mit der Einführung des Euro am 1. Januar 2007 in Slowenien wurden die gemeinsamen Vorderseiten der Münzen einer Neugestaltung unterzogen. Statt wie bisher die (alten) Mitgliedstaaten der Europäischen Union zeigen die revidierten Geldstücke den Kontinent Europa (inklusive Nicht-EU-Gebiete, jedoch ohne Island). Dabei entfällt auf den 10-, 20- und 50-Cent-Münzen der Zwischenraum zwischen den einzelnen Ländern, und auf den 1- und 2-Euro-Münzen wird ganz auf die Darstellung von Staatsgrenzen verzichtet. Die 1-, 2- und 5-Cent-Münzen wurden nicht geändert, obwohl auch auf ihnen die Lage der alten EU in der Welt abgebildet ist. Die meisten Euro-Länder begannen mit der Einführung der neuen Vorderseiten 2007, so auch Monaco, das 2007 nur eine neue 1-Euro-Münze herausgab. In Italien, Österreich, Portugal, San Marino und in der Vatikanstadt wurde die neue Vorderseite erst 2008 eingeführt. Auch für die nationalen Rückseiten sind neue Gestaltungsrichtlinien vorgesehen. So soll künftig der Name des Herausgeberstaats erscheinen (wie es bisher schon in einigen Ländern der Fall ist). Auf eine Wiederholung der Wertangabe (wie bislang auf den österreichischen Münzen) soll verzichtet werden, es sei denn, im entsprechenden Land wird ein anderes als das lateinische Alphabet verwendet. Neben Griechenland und der Republik Zypern könnte das in der Zukunft auch Bulgarien betreffen. Allerdings müssen die bisherigen Euro-Länder ihre Darstellungen nicht sogleich überarbeiten, sondern erst bei einer eventuellen Neugestaltung. Finnland begann mit der Umsetzung der neuen Richtlinien 2007, Belgien folgte 2008 und Spanien 2010. Die Größe, Masse und andere technische Spezifikationen der Münzen sollen unverändert bleiben, um den Übergang von alten zu neuen Münzen nicht zu erschweren.

Im Zuge einer Empfehlung der Europäischen Kommission vom 19. Dezember 2008[3] wurden die Richtlinien zur Neugestaltung der nationalen Rückseiten weiter konkretisiert. Demzufolge ist im Normalfall eine Änderung der nationalen Seiten nicht mehr möglich. Bisher galt die Empfehlung, dass bis Ende des Jahres 2008 keine Änderungen erfolgen sollten. Jetzt sind Neugestaltungen nur mehr unter den folgenden Voraussetzungen erlaubt: Die Länder, deren Münzen den oben beschriebenen Empfehlungen noch nicht entsprechen (Deutschland, Griechenland, Luxemburg, Niederlande und Österreich), können die notwendigen Anpassungen jederzeit vornehmen, es besteht aber keine Verpflichtung dazu. Die Länder, deren Münzen das jeweilige Staatsoberhaupt abbilden, dürfen das Porträt frühestens nach 15 Jahren aktualisieren. Daraus ergeben sich derzeit folgende mögliche Neugestaltungstermine: Belgien 2023, Luxemburg 2014, Monaco 2021, Niederlande 2014, Spanien 2014 und Vatikanstadt 2021. Beim Tod eines Staatsoberhauptes ist weiterhin eine sofortige Neugestaltung der Münzen möglich. Allerdings ist es nicht mehr vorgesehen, für den Zeitraum zwischen dem Tod des alten und der Bestellung des neuen Staatsoberhauptes einen eigenen Münzsatz herauszugeben (wie es in der Vatikanstadt während der Sedisvakanz nach dem Tod von Papst Johannes Paul II. geschah). Bereits vorgenommene und genehmigte Änderungen von nationalen Münzseiten bleiben bestehen. Alle bisherigen Euromünzen behalten ihren Wert und bleiben im Umlauf. Es ist vorgesehen, dass alle derzeitig gültigen Empfehlungen und Richtlinien im Jahr 2015 überdacht werden, so dass sie dann gegebenenfalls auch wieder abgeändert werden können.

Nach Angaben der Europäischen Zentralbank waren Ende 2007 rund 76 Mrd. Euromünzen mit einem Gesamtwert gut 19 Mrd. Euro im Umlauf. Dabei ist die Umlaufmenge der einzelnen Münzen mit Ausnahme der 50-Cent-Münze umso höher, je niedriger ihr Nennwert ist. Beim Umlaufwert verhält es sich umgekehrt, die 2-Euro-Münze hat den größten Anteil am Umlaufwert der Euromünzen, die 1-Cent-Münze den geringsten. Im Vergleich zu den Eurobanknoten machen die Münzen nur 2,8 % des gesamten Bargeldumlaufs von 696 Mrd. Euro aus. Jedoch sind die Umlaufmengen der einzelnen Banknoten geringer. Nur die 50-Euro-Note ist häufiger als die 2-Euro-Münze, aber seltener als alle anderen Münzen. Zukünftige Eurostaaten: Estland, Lettland und Litauen: Die drei baltischen Staaten nehmen am WKM II teil und streben die Euro-Einführung zum nächstmöglichen Zeitpunkt an. Entwürfe ihrer zukünftigen Euromünzen liegen bereits vor. Bulgarien, Polen, Rumänien, Tschechien und Ungarn: Diese Länder nehmen bisher nicht am WKM II teil. Gegenwärtig erfüllt auch keines dieser Länder die EU-Konvergenzkriterien. Mit dem Beitritt eines dieser Länder zur Eurozone ist frühstens ab 2012 zu rechnen. Dänemark und Schweden: In den beiden skandinavischen Ländern wurde die Einführung des Euro durch Volksabstimmung abgelehnt. Dänemark hat seine Währung bereits an den Euro gebunden. Entwürfe für dänische Euromünzen liegen vor. Vereinigtes Königreich: Die Einführung des Euro ist in absehbarer Zeit nicht geplant. Es wird davon ausgegangen, dass die Mehrheit der Briten den Euro ablehnt. Andorra: Der Nicht-EU-Staat strebt an, eigene Euromünzen zu prägen, Verhandlungen mit der EU verliefen bisher jedoch ohne Erfolg.